Trotz Bepflanzung: Lärmschutzwand in Lohfelden sorgt für Unmut

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Bepflanzte Betonmauer: Die Lärmschutzwand zwischen Eschweger Straße und Passivhaus-Siedlung auf dem Lindenberg in Lohfelden ist weiter umstritten – wenn auch viele meinen, durch die Begrünung sei der Anblick besser geworden.

Lohfelden. Der Bau der Lärmschutzwand auf dem Lindenberg in Lohfelden wurde harsch kritisiert, weil Anlieger sich abgeschnitten fühlten. Die Begrünung der Mauer sollte helfen. Ein Trugschluss?

Es sei eine „Klagemauer“, die eine Wohnsiedlung zu einem Ghetto mache; sie sei zu hoch, hässlich und unnötig.

Die Absicht hinter dem Mauerbau zwischen der Eschweger Straße und der Passivhaus-Siedlung im vergangenen Jahr sollte eigentlich eine gute sein: Lärmschutz für die Bewohner der sich noch im Bau befindenden Siedlung. So zog die Gemeinde die 380 Meter lange und bis zu fünf Meter hohe Wand hoch. Um die 450 000 Euro habe das gekostet, so die Gemeinde.

Pflanzen sollen auflockern 

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Auf den Grünflächen vor und hinter der Wand stehen schlanke Bäume wie Pappeln, Kiefern und Pyramideneichen. Zwei in der Wand integrierte Schläuche bewässern automatisch, an heißen Tagen komme zusätzlich zwei bis dreimal die Woche die für Anbau und Pflege zuständige Firma aus Mühlhausen und versorge die Pflanzen.

Das Gesamtbild der Mauer ähnelt einem Regal mit genau angeordneten Pflanzenarten, nur an wenigen Stellen ist das Fundament nicht mehr zu sehen. Wer auf der Suche nach Blüten ist, der wird um diese Zeit aber bereits enttäuscht. Die angepflanzten Frühblüher haben ihre beste Zeit schon hinter sich, bestätigt Gertenbach. Von Blütenpracht kann keine Rede sein.

Das Rathaus äußert sich dennoch optimistisch: „Mir sind keine negativen Stimmen aus der Bevölkerung bekannt“, sagt der Erste Beigeordnete Klaus Steffek (SPD) dazu auf HNA-Anfrage. „Ich habe festgestellt, dass die Menschen dazu kommen, die grüne Mauer zu akzeptieren.“ Er fügt hinzu, dass sich die Kritik am Bau der Lärmschutzwand in erster Linie auf den Rohbau bezog. Doch der sei durch das vorliegende Lärmschutzgutachten nun einmal zu rechtfertigen.

So grün die einst graue Lärmschutzmauer nun auch ist - längst nicht alle Bewohner der umliegenden Häuser sind damit zufrieden. Das bestätigt eine HNA-Umfrage bei unmittelbaren Anwohnern der Wand (siehe oben).

Baugrundstück nicht gepflegt 

Eine Anwohnerin weist auf das bereits meterhoch gewachsene Gras eines Baugrundstücks hin, das direkt an die Mauer anschließt. Dort werde seit Wochen nicht gemäht.

Die Gemeinde bestätigt auf Nachfrage, es gebe einen Bauinteressenten, der auf diesen 1800 Quadratmetern ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage bauen wollte. Der Projektentwickler habe allerdings nicht genügend Abnehmer für die geplanten 22 Wohnungen gefunden.

Wie es mit dem Grundstück weitergehe, könne man derzeit nicht sagen. Die Anwohnerin kann da nur den Kopf schütteln: „Ist ja klar, dass niemand eine Mauer vor dem Wohnzimmerfenster haben möchte.“

Von Anna Lischper

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