Fiepsen im Garten 

Turmfalken ziehen ihren Nachwuchs in einem Eichenbaum in Lohfelden auf

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Lohfelden. In Lohfelden ziehen Turmfalken ihren Nachwuchs in einem Eichenbaum auf.

Ein lautstarkes „Kikikiki“ – und schon huscht der Turmfalke aus seinem Nest hervor und kreist am Horizont. Wenn man Glück hat. Manchmal kann es stundenlangen dauern, bis sich die Vögel am Horizont zeigen.

Zwei, die das Naturschauspiel seit Tagen vor ihrem Garten beobachten, sind Burkhard und Gabi Juhlke aus Lohfelden. Ein Nachbar machte das Ehepaar darauf aufmerksam, dass sich im großen Eichenbaum vor ihrem Garten eine Mutter niedergelassen habe und zwei junge Turmfalken ausgebrütet habe. Von dem Männchen ist nichts zu sehen. Keine alltäglichen Gäste, denn normalerweise sind es vor allem Tauben, Rotkehlchen, Meisen und Raben, die dort Rast machen. „Am Anfang war das Fiepsen ein unbekanntes Geräusch für mich“, erklärt Burkhard Juhlke. Bis er feststellte, dass es sich bei den ungewohnten Gästen um Turmfalken handelt. „Ich war ganz erstaunt“, blickt der Lohfeldener auf die Entdeckung zurück.

Haben die Turmfalken direkt vor ihrem Garten: Burkhard und Gabi Juhlke aus Lohfelden. 

Seitdem ist das Fiepsen im Garten schon fast nicht mehr aus dem Alltag der Juhlkes wegzudenken. In den Mittagsstunden seien die Turmfalken besonders aktiv und gingen auf Nahrungssuche, beobachten die beiden. Dabei seien spektakuläre Szenen zu beobachten, denn Turmfalken fangen ihre Beute vorzugsweise im Flug. Einmal beobachtete Juhlke, wie sich einer der jungen Turmfalken einen Luftkampf mit einem Raben lieferte. Neben der Beutejagd in der Luft fangen sie ihr Fressen auch im Sinkflug. Dann, wenn die Vögel am Boden Feldmäuse ausmachen.

Mittags am aktivsten

Tagsüber in der Luft und auf Nahrungssuche, verschanzen sie sich in den Morgen- und Abendstunden dagegen oft in ihrem Nest. Es habe auch schon Tage gegeben, an denen sie gar nicht zu sehen gewesen seien. „Man muss einfach Geduld haben“, sagt Burkhard Juhlke, dessen liebstes Hobby es derzeit ist, die Vögel bei ihrem Treiben zu beobachten. „Mittlerweile ziehen sie schon große Kreise“, stellt er fest. Auch im Lohfeldener Stadtinneren seien sie schon bei der Beutejagd gesichtet worden. Er ist gespannt, wie lange sich die Jungvögel noch bei ihrer Mutter aufhalten, bevor die Jungen das Nest vor seinem Garten verlassen und sich ein eigenes Revier suchen.

Denn wenn der Sommer endet, zieht es Turmfalken oft in Richtung Süden. Solange werden die Juhlkes das rege Treiben in ihrem Garten weiter beobachten.

Turmfalken sind in unterschiedlichen Lebensräumen zu finden, neben Bäumen besiedelt er Türme, hohe Häuser und Scheunen.

• In Deutschland leben knapp 50 000 Paare, in Mitteleuropa sind es rund 90 000 Brutpaare; der Turmfalke ist damit die häufigste Falkenart in Europa.

• Ein Turmfalken-Paar bleibt meist ein Leben lang zusammen.

• Die Jungen werden gut vier Wochen lang gefüttert, danach weitere vier Wochen von den Eltern begleitet, bis sie sich dann ein eigenes Revier suchen .

• Turmfalken ernähren sich von Feldmäusen und anderen Wühlmäusen, finden sie keine Mäuse, erbeuten sie kleinere Vögel .

• Die Turmfalken sind an hellen, lauten, „kikikikiki“-Rufreihen zu erkennen. 

Quelle: Naturschutzbund Deutschland

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