„Klagemauer“

Unmut wegen „Klagemauer“ in Lohfelden: Bis zu fünf Meter hohe Lärmschutzwand 

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Sorgt für Diskussionen in Lohfelden: Die Lärmschutzwand zwischen der Eschweger Straße und dem Passivhausgebiet Lindenberg ist bis zu fünf Meter hoch und kostet 450 000 Euro. Im Hintergrund unseres Fotos ist Kassel zu erkennen.

Lohfelden. Nach der Diskussion um die Straßenbahn-Anbindung, den finanziellen Problemen durch die Biogasanlage und den möglicherweise Millionen schweren Nachforderungen von Baulandverkäufern erhitzt jetzt das Ausmaß einer Lärmschutzwand am Lindenberg die Gemüter in Lohfelden.

Die Meinungen über die 380 Meter lange und bis zu fünf Meter hohe Schutzanlage, die jetzt die entstehende Passivhaus-Siedlung im Halbkreis von der Eschweger Straße abriegelt, gehen weit auseinander. Vertreter von Parteien rechtfertigten die Entscheidung für das insgesamt 450 000 Euro teure Projekt. Ihr Hauptargument: Die mit Erde gefüllte Schutzwand aus Recyclingkunststoff sei notwendig, um die Siedler und Bewohner im Neubaugebiet vor dem Verkehrslärm zu schützen. 

Die Wand werde im Frühjahr von beiden Seiten begrünt, hieß es auch in einer schriftlichen Mitteilung aus dem Rathaus. Von Bürgermeister Michael Reuter (SPD) und dem Fraktionsvorsitzenden der SPD, Norbert Thiele, waren auf HNA-Anfrage keine Stellungnahmen zu erhalten.

Harsche Kritik an der Dimension und Gestaltung des Bauwerks kommt von Bürgern. Unworte wie „Ghetto“ oder „Klagemauer“ machen die Runde.

„Der Schutzwall ist viel zu hoch, die Bewohner können vor allem die Abendsonne nicht mehr sehen“, sagte ein Spaziergänger, der sich die ersten Häuser in der Passivhaussiedlung ansah.

Die Wand sehe im Moment „einfach hässlich“ aus, man müsse jetzt aber erst einmal die Begrünung abwarten, sagte Bürger Dieter Rudolph aus Vollmarshausen, der die Lärmschutzeinrichtung wegen des starken Verkehrs an dieser Durchgangsstraße für grundsätzlich erforderlich hält. Ein Anwohner kritisierte, dass man für den Lärmschutz der Bewohner der neuen Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite gar nichts unternommen habe. Auch sie würden unter dem starken Verkehr auf der vielbefahrenen Kreisstraße nach Kaufungen leiden.

Auch Jürgen Kirchner (U 2 L) sagte, dass der Lärmschutz für die Menschen wichtiger sei als eine gewisse optische Beeinträchtigung.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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