Hessischer Mobilitätstag in Lohfelden

Verbote bremsen Brummis aus: Spediteure äußern ihre Sorgen bei Mobilitätstag 

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Rastplätze sind Mangelware: Wie hier auf dem SVG-Autohof des Lohfeldener Rüssels stehen auch anderswo die Laster dicht an dicht, damit die Fahrer ihre gesetzliche Ruhezeiten einhalten können.

Lohfelden. Spediteure klagten beim Hessischen Mobilitätstag am Lohfeldener Rüssel über steigende Kosten und Fachkräftemangel.

Die Konjunktur brummt, Logistikunternehmen haben gut zu tun, immer mehr Güter werden auf der Straße transportiert. Doch beim Mobilitätstag des hessischen Fachverbands Güterkraftverkehr und Logistik herrschte am Wochenende am Lohfeldener Rüssel keine Jubelstimmung. Steigende Kosten, Dumping-Konkurrenz aus den Staaten des ehemaligen Ostblocks und Fachkräftemangel setzen der Speditionsbranche auch in Nordhessen zu. Und obendrauf kommt nächstes Jahr noch die Einführung der Lkw-Maut auf allen Bundesstraßen.

Dem Fachverband gehören 700 Unternehmen der Güterkraftverkehrsbranche an. Zum Mobilitätstag kamen auch viele Spediteure aus der Region, beispielsweise Ellen Kördel-Heinemann von der Guxhagener Spedition Kördel und der Kasseler Spediteur Eugen Jung, der auch Aufsichtsratschef der Genossenschaft SVG ist, die mehrere Autohöfe betreibt, unter anderem auch den Lohfeldener Rüssel. Beide klagen über die gleichen Probleme: Zu viele Baustellen, zu wenige für Lkw offene Fahrtrouten und zu wenige Rastmöglichkeiten für ihre Fahrer.

„Wir kommen aus Kassel nur schwer heraus, und das nicht nur wegen des Nadelöhrs der Bergshäuser Brücke“, sagt Jung. Grund seien die mit den vielen Baustellen in und um Kassel verbundenen Staus. In den Niederlanden würden Baustellen viel schneller abgewickelt als hierzulande, meint Klaus Poppe, Geschäftsführer des Verbandes.

Außerdem klagt Jung über die – auch zum Schutz der Wohnbevölkerung verhängten – Lkw-Fahrverbote auf der B 27 (Göttingen-Fulda), der B 7 (Kassel-Eschwege), der B 257 (Kassel-Alsfeld) und B 254 Felsblerg-Fulda). Diese führten dazu, dass seine Fahrer keine Alternativen hätten und sich in die endlose Karawane von Lkw auf der A 7 einreihen müssten. Das bedeute mehr Stress und Unfallgefahren für die Fahrer. Außerdem würden die Zeitvorteile moderner Lade- und Entladetechnik wieder aufgefressen, sagt Jung. Schließlich gebe es auch viel zu wenige Parkplätze für die Brummi-Fahrer. Diese müssten sogar in den Abfahrten von Autobahnen stehen, um zu rasten.

Claus-O. Herzig, Vorsitzender des Verbands, verweist auf die magere Marge seiner Branche. Diese liege bei einem Prozent Umsatzrendite. „Wir sind der Flaschenhals der Wirtschaft“, sagt er. Wie viele zusätzliche Kosten die Spediteure ab 1. Juli 2017 durch die Ausweitung der Maut verkraften müssen, konnte Referent Thomas Reichardt von der SVG Hessen nicht sagen. Man warte immer noch auf das Gutachten, dass Grundlage für die Kalkulation der Maut sein solle.

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