Gewerbegebiet Lohfelden: Wasser und Erde sind verseucht

Sanierung des Bodens: Bis zu sieben Meter tief muss die Erde an der Otto-Hahn-Straße 13 in Lohfelden entfernt und von aromatischen Kohlenwasserstoffen gereinigt werden. Eine leer stehende Halle auf dem Gelände der Spedition ARS Altmann wurde bereits abgerissen (im Hintergrund). Foto: Schindler

Lohfelden. Massive Bodenverunreinigungen sind im Gewerbegebiet Lohfelden auf dem Grundstück Otto-Hahn-Straße 13 gefunden worden. Wie Jörg Wiegel vom Regierungspräsidium Kassel auf Anfrage bestätigte, handelt es sich um Altlasten aus der Zeit, als die Fieseler Werke und später die US-Armee hier tätig waren.

Aromatische Kohlenwasserstoffe seien in die Erde gelangt und verunreinigen den Boden und das Grundwasser. Der Boden müsse saniert werden. Auslöser war nach Angaben der Firma ARS Altmann  ihr Vorhaben, das 80.000 Quadratmeter große Gelände zu verkaufen. Altmann, eine der größten Firmen zum Transport von Neufahrzeugen, hat hier in den vergangenen Jahren eine ihrer bundesweit 16 Niederlassungen betrieben. Etwa vor einem Jahr machte Altmann den Lohfeldener Standort dicht. Bevor das Gelände verkauft werden kann, muss nun der Boden saniert werden.

Altmann hat die Spezialfirma Geiger mit der Umweltsanierung beauftragt. Bis Ende November, sagte ein Sprecher der Altmann-Geschäftsführung in Wolnzach (Bayern) der HNA, solle die Sanierung abgeschlossen sein.

Laut Regierungspräsidium (RP) Kassel gehen die Verunreinigungen auf einen Hochtank samt Zuleitungen zurück, der durch die Fieseler Werke und dann anschließend bis Ende der 50er-Jahre durch die US-Armee genutzt wurde. Im Laufe der Jahrzehnte seien die Schadstoffe in die Tiefe gewandert, die oberen Bodenschichten seien nur gering belastet. „Im Grundwasserstrom des Geländes hat sich eine Schadstofffahne ausgebildet, die eine erhebliche Schadstofffracht mit sich führt“, so der RP-Sprecher.

Im Krieg zerstört: Die Amerikaner bombardierten Rüstungsbetriebe wie die Fieseler Werke. Später nutzte die US-Armee das Areal teilweise selbst und hinterließ – wie Fieseler – dabei Altlasten im Boden. Das Foto entstand auf dem Flugplatz Waldau. Archivfoto: nh

Untersuchungen im Vorfeld der Sanierung hätten ergeben, dass der Aushub des verunreinigten Bodens „die wirksamste Maßnahme ist, um die Schadstofffracht in Boden und Grundwasser effektiv zu verringern“, so RP-Sprecher Wiegel.

Da sich die größten Belastungen unter einer ungenutzten Halle befanden, wurde das Gebäude inzwischen abgerissen. Bis zu sieben Meter tief muss der Boden ausgebaggert werden. Er soll in einer geschlossenen Halle gereinigt und anschließend wieder eingebaut werden. Das kontaminierte Grundwasser wird ebenfalls gereinigt und wieder versickert. Die Schadstofffahne im Boden wird überwacht.

Nach der Sanierung soll das Gelände verkauft werden. Einen Käufer habe man schon, hieß es von Altmann. Man befinde sich in den Endverhandlungen zum Verkauf.

Das 80.000 Quadratmeter große Gelände werde ein Logistikstandort bleiben, hieß es weiter. Geplant sei ein großer Hallenkomplex, mit dem Bau solle zügig begonnen werden.

Von Holger Schindler

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