SVG-Autohof

Lohfeldener Rüssel: Erste Wasserstofftankstelle in der Region eröffnet 

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Offizielle Eröffnung: Betreiberin Heidi Möller demonstriert die Betankung eines Brennstoffzellen-Autos an der neuen Wasserstofftankstelle am Autohof Lohfeldener Rüssel. In Hessen gibt es bisher erst fünf solcher Tankstellen. 

Lohfelden/Kassel. In Deutschland gibt es aktuell 44 Wasserstofftankstellen. Die neueste steht am SVG-Autohof am Lohfeldener Rüssel. 

Sie ist Teil eines Netzes mit 100 Stationen dieser Art bis Ende kommenden Jahres. Absehbar sollen es sogar 400 werden. Gestern wurde die Station am Knotenpunkt von A 7, A 44 und A 49 offiziell eröffnet. Errichtet wurden und werden die jeweils gut eine Million Euro teuren Tankstellen von der H2 Mobility Deutschland – einem Konsortium der Mineralölkonzerne Shell, Total und OMV, der Industriegase-Hersteller Linde und Air Liquide sowie des Autobauers Daimler.

Die neue Tankstelle ist die einzige zwischen Hannover, Frankfurt, Erfurt und Kamen. Betreiber ist Shell. Gemeinsam mit den Konsortialpartnern will der britisch-niederländische Energiekonzern der Brennstoffzelle als sauberes Antriebskonzept der Zukunft zum Durchbruch verhelfen.

Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Der Chef von Shell Deutschland, Dr. Thomas Zengerly, der eigens zur Eröffnung angereist war, glaubt, dass sich die Brennstoffzellentechnologie im Straßenverkehr erst ab den 2020er-Jahren durchsetzt. „Aber wir bei Shell glauben daran und wollen frühzeitig ein Zeichen setzen“, sagte er und dankte dem Kasseler Spediteur Eugen Jung, Regionalmanager Holger Schach und Lohfeldens Bürgermeister Uwe Jäger für deren Einsatz für das Projekt.

Jung, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der SVG Autohof Hessen GmbH ist, bezeichnete die erste Wasserstofftankstelle in der Region als „großen Schritt in die Zukunft“. Wer einen umweltfreundlicheren Straßenverkehr haben wolle, komme am Wasserstoff nicht vorbei. Jäger betonte, dass die Gemeinde Lohfelden und deren Gremien

das Projekt unterstützen, um Kohlendioxid-, Stickstoff- und Feinstaub-Emissionen zu vermeiden. Regionalmanager Schach sagte, dass die Zukunftsinvestition hervorragend in die Mobilitätsregion Nordhessen mit ihrer ausgeprägten Autozulieferindustrie und Logistikbranche sowie den Erneuerbaren-Energien-Aktivitäten passe.

Der Tankvorgang dauert wie wie bei herkömmlichen Autos etwa drei bis fünf Minuten. Ein Kilogramm Wasserstoff kostet 9,50 Euro und reicht für etwa 100 Kilometer. Damit liegen die reinen Treibstoffkosten zwischen denen für Dieselfahrzeuge (7 Euro) und für Benziner (11 Euro).

Aber die Anschaffungskosten sind – auch wegen der geringen Stückzahlen – verhältnismäßig hoch. Es geht bei 65 500 Euro los. Der Kauf von Brennstoffzellen-Fahrzeugen wird staatlich gefördert. Firmen erhalten Steuervorteile.

Von Jose Pinto

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