Zahl der Überfälle steigt 

Planenschlitzer in Lohfelden: Wo Lkw-Fahrern nachts Ladung gestohlen wird 

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Hier schlagen sie zu: Der Autohof Lohfeldener Rüssel an der A7 ist immer wieder das Ziel von Planenschlitzern. 

Lohfelden. Sie kommen in der Nacht, schneiden mit einem scharfen Messer die Plane der Lkw-Anhänger auf – immer auf der Suche nach lukrativem Diebesgut.

Planenschlitzer sorgen für große Verunsicherung und ein ungutes Gefühl bei vielen Fernfahrern. Rosi Gammberger aus Kassel kennt das Problem. „Seit 40 Jahren fahre ich schon Lkw, aber so eine Einbruchserie hab ich noch nicht erlebt.“ Deshalb fahre sie seit Jahren nur noch Container, weil es schwerer für die Täter sei, an die Ladung zu gelangen. 

Wenn Gammberger nachts ihre Ruhezeit auf einem Autohof oder Parkplatz verbringen muss, dann schließt sie ihr Führerhaus ab – um sich zu schützen. „Sicherheit ja, aber Angst ist in diesem Job kein guter Begleiter“, sagt Gammberger.

Zahl der Überfälle steigt

Überfälle auf Lastwagen durch Planenschlitzer sind mittlerweile überall ein großes Problem. Im Jahr 2016 hat das Polizeipräsidium Nordhessen an den Autohöfen Elsinger Höhe an der A 44 und am Lohfeldener Rüssel an der A7 insgesamt 47 Übergriffe auf Lastwagen dokumentiert.

Um Planenschlitzer vor der Tat abzuschrecken, richtet die Vereinigung Deutscher Autohöfe (VEDA) in ganz Deutschland vermehrt Sicherheitsparkplätze ein. Am Lohfeldener Rüssel gibt es bislang nur im Bereich der Tankstelle Kameras, der Parkplatz wird noch nicht überwacht – eine Einladung für Täter.

Lkw-Fahrer Arno Eisele aus Heidelberg kann davon ein Lied singen. „Mir wurde die Plane vor ein paar Wochen auf einem anderen nicht überwachten Autohof aufgeschlitzt. Da ich Gabelstapler geladen hatte, haben die Täter nichts mitgenommen.“ Ein Problem sei aber auch, dass sich viele Fahrer keine teuren und sicheren Parkplätze leisten könnten. Er kenne auch Kollegen, die nur noch mit Containern oder Kofferaufbauten fahren.

Was die Polizei empfiehlt 

„Hinweise auf die Täter gibt es meistens nicht, denn sie schlagen oft an Autohöfen zu, durch deren Lage an der Autobahn Fluchtmöglichkeiten gegeben sind“, sagt Polizeisprecher Torsten Werner. Autohöfe und Parkplätze, wie der in Lohfelden, würden oft schlecht überwacht. Das eröffne den Täter insbesondere im Dunkeln Tür und Tor.

In den meisten Fällen werden laut Polizei die Planen zunächst angeschnitten, um zu prüfen, ob sich ein Diebstahl lohnt. Spediteure sollten deshalb darauf achten, dass hochwertige Ladung nur in verschließbaren Kofferaufbauten transportiert werden. Der Aufbruch dieser Lkw und Anhänger verursache zudem deutlich mehr Lärm und schrecke die Täter eher ab.

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