Sie durften den Pokal halten

Lohfeldener und Kasseler flogen in der Maschine der Fußballweltmeister mit

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Unvergesslich: Willi Becker durfte auf dem Rückflug von Brasilien den Siegerpokal in den Händen halten.

Lohfelden/Kassel. In „Fanhansa“ war die Sondermaschine der Lufthansa umlackiert worden, die am Dienstag mit der deutschen Nationalmannschaft auf dem Flughafen Berlin-Tegel landete. Mit den Weltmeistern um Kapitän Philipp Lahm saßen im Boeing-Jumbo  747 auch Willi Becker, Andreas Fehr und Oliver Kuhn aus Lohfelden und Kassel.

Der Finanzmakler, der Chef des Entsorgungsunternehmens und der Steuerberater waren als Mitglieder des Freundeskreises der Nationalmannschaft (FDN), in dem 150 Unternehmer vertreten sind, zur Nationalmannschaft gestoßen.

Ankunft der Sieger: In dieser „Fanhansa“, die in Berlin-Tegel mit den Nationalspielern landete, saßen auch die drei Freunde aus Lohfelden.

Und das Trio war ganz dicht dran an den Geschehnissen: Zusammen mit den Spielerfrauen und den Eltern der Spieler logierten sie in der Nähe des Quartiers des Nationalmannschafts-Trosses in Campo Bahia in Santo Andre. „Wir hatten wirklich das Gefühl, dabei zu sein“, erzählt Willi Becker (62). „Das können wir noch unseren Enkeln und Urenkeln erzählen. Als Deutschland Brasilien mit 7:1 schlug und wir live dabei waren, dachte ich, wir sind im falschen Film.“

Mit vielen Anekdoten aus dem Leben im Quartier im Gepäck, flog das Trio dann im Flieger der Siegerelf zurück nach Berlin. Becker erlebte mit, wie Thomas Müller mit Philip Lahm in Brasilien per Hubschrauber regelmäßige Ausflüge zum nahe gelegenen Golfplatz unternahm. Er erlebte mit, dass Bastian Schweinsteiger nicht immer mitkommen durfte, weil Freundin Sarah Brandner es ihm verbot, da sie sich vernachlässigt fühlte. Er erlebte mit, wie die Eltern von Julian Draxler vor Glück weinten, als ihr Sohn die letzten 15 Minuten gegen Brasilien eingewechselt wurde. Und die drei erfuhren, dass die Eltern von Superstar Thomas Müller „ganz normale, bescheidene Menschen geblieben sind“, sagt Willi Becker, der mit den Müllers mal in Nordhessen golfen will.

Freundschaften: Mit der Familie von Fußballstar Thomas Müller kamen die Nordhessen besonders gut aus. Von links: Klaudia Müller, Willi Becker, Gerhard Müller, Simon Müller, Andreas Fehr und Oliver Kuhn.

Aber „der Hammer“ sei der Rückflug mit den Weltmeistern nach dem Finalsieg gewesen: „Poldi zum Beispiel hat sich im Flugzeug dauernd bei uns sehen lassen“, erinnert sich Becker. Ein bewegender Augenblick sei auch gewesen, als der Jumbo langsam über der Fan-Meile mit den 450 000 Fans zum Flughafen nach Berlin-Tegel hereingeschwebt sei und der Pilot als Gruß leicht mit den Flügeln gewackelt habe. Aber: Nicht zu toppen war der Augenblick im Flugzeug, als die drei Freunde den goldenen WM-Pokal in die Hände nehmen durften. „Danach hätte ich mir am liebsten zwei Tage nicht die Hände gewaschen“, scherzte Willi Becker gestern. „Denn das war eine Ehre.“

Von Stefan Wewetzer

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