Lohfeldener SPD in der Krise – Nach zwei Rücktritten herrscht Verunsicherung

Lohfeldener SPD in der Krise: In der Fraktion rumort es weiter

Hans-Werner

Lohfelden. Nach dem Rückzug der SPD-Politikerin Ursula Sturm aus dem Gemeindeparlament in Lohfelden rumort es in der sozialdemokratischen Fraktion: Werden noch weitere SPD-Abgeordnete ihr Mandat zurückgeben, so die bange Frage.

Bereits im Mai hatte Matthias Krupica als erster SPD-Politiker kurz nach der Kommunalwahl seinen Parlamentssitz geräumt, am 1. Juli legte Ursula Sturm als zweites Mitglied der sogenannten Crumbach-Connection ihr Mandat nieder. Hintergrund war, dass die Crumbacher bei der Besetzung von Gremienposten in der Fraktion keine Mehrheit erhielten.

Im Internet gab es nach den Rücktritten heftige Kritik. Der Wählerwille werde verfälscht, hieß es dort.

Krupica hatte bei der Kommunalwahl 2526 Stimmen erhalten, Ursula Sturm war durch das Wählervotum mit 3149 Stimmen gar auf Platz 2 der Liste vorgerückt.

„Ich gehe davon aus, dass so langsam Ruhe einkehrt“, sagte Hans-Werner Eckhard, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, der HNA. Der Rückzug von Ursula Sturm werde „hoffentlich das Ende der Fahnenstange sein“.

In der Fraktion herrscht trotzdem Verunsicherung über den weiteren Kurs. Von einem Klima der Unoffenheit ist die Rede, man begegne sich mit geschlossenem Visier. Die politische Arbeit leide, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Um dem entgegenzuwirken, hat die Lohfeldener Parteispitze eine Klausursitzung für Ende September angesetzt, dort soll über die Situation in den SPD-Ortsvereinen und der Fraktion gesprochen werden.

„Es ist wichtig, dass wir wieder klare Verhältnisse haben“, sagt Eckhard. Er versuche, mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen. Immerhin seien sie nicht aus der Partei ausgetreten, sondern hätten nur ihr Abgeordnetenmandat zurückgegeben.

Es sei gelungen, Matthias Krupica – er war in der vergangenen Legislaturperiode Ausschuss-Vorsitzender, scheiterte jedoch diesmal bei der Wahl zum Vorsitz – wenigstens als sachkundigen Bürger in die Kommunalpolitik einzubinden.

Klaus Sturm will bleiben

Eckhard setzt darauf, dass keine weiteren SPD-Abgeordneten das Handtuch werfen. Für Klaus Sturm besteht dafür zurzeit kein Anlass. „Ich will mein Mandat erst mal behalten“, sagt der Crumbacher, der bei der Kommunalwahl mit 3087 Stimmen das viertbeste Ergebnis erreichte. Im Moment denke er nicht an Rücktritt, doch das könne sich auch ändern.

Von Holger Schindler

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