Suche in der Stiftskirche

Lokalhistoriker: Kunigunde-Grab suchen

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Wirklichkeit oder Fantasie? Dieser Holzschnitt aus dem Jahr 1495 zeigt die Überführung von Kunigundes Leichnam nach Bamberg.

Kaufungen. Der Museumsverein Kaufungen unterstützt die Forderung des Heidelberger Historikers Prof. Dr. Bernd Schneidmüller, im Zuge der Sanierung der Oberkaufunger Stiftskirche nach den sterblichen Überresten von Kaiserin Kunigunde (circa 980 bis 1033) zu suchen.

Kaiserliche Nonne: Kunigunde trat nach dem Tod ihres Mannes in das von ihr gegründete Kloster Kaufungen ein.

„Es wäre sicherlich eine Sensation, wenn es hier bei uns Nachweise gäbe“, sagte der Vorsitzende Albert Noll während der Jahreshauptversammlung des Vereins. Noll, der Nachfolger des 2012 verstorbenen Lokalhistorikers Winfried Wroz ist, sicherte für den Fall einer Suche nach einer Grabstätte die Unterstützung des Vereins zu. Dieser werde Prof. Schneidmüller „alle zur Verfügung stehenden Mittel und Möglichkeiten gern bereitstellen“, sagte Noll. Der Vorsitzende, der zusammen mit seiner Frau Heidi Noll seit Jahren das Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde verkörpert, hofft, dass auch „die verantwortlichen Stellen“ das „spektakuläre Projekt“ unterstützen. Wie berichtet, hält es der Mittelalter-Experte Schneidmüller nicht für ausgeschlossen, dass Kunigunde in der Stiftskirche ihre letzte Ruhe gefunden hat.

Für eine Überführung nach Bamberg, wo die im Jahr 1200 heiliggesprochene Kaiserin nach offizieller Lesart im Dom ruht, gibt es nach Auskunft des Wissenschaftlers keine Belege. Erst 100 Jahre nach ihrem Tod im März 1033 hätten die Bamberger das Kunigundengrab für sich beansprucht.

Man müsse daher die Frage stellen, wer nach so langer Zeit die Gebeine der Kaiserin nach Bamberg hätte überführen sollen. Im HNA-Gespräch hatte Schneidmüller archäologische Grabungen im Inneren der Kirche angeregt.

Die Möglichkeit dazu würde sich in den Jahren 2015/2016 bieten. Dann sollen die Fußbodenfliesen in der Kirche durch Platten aus Sandstein ersetzt werden.

Von Peter Ketteritzsch

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