36-mal wurde die Wildkatze im Jahr 2011 gesichtet – Beste Bedingungen in der Söhre

Luchse erobern die Wälder

Ein Jungluchs in voller Schönheit: Uwe Holl vom Forstamt Melsungen hat im Januar eine Mutter mit vier jungen Luchsen entdeckt und fotografiert. Der Pfotenabdruck, Trittsiegel genannt, sieht aus wie bei der Hauskatze, ist aber handtellergroß. Foto:  privat/nh

KAUFUNGEN / HELSA / SÖHREWALD. Bis vor wenigen Jahren hätte niemand geglaubt, dass sich Luchse wieder in unseren Wäldern ansiedeln könnten. Inzwischen steht fest: Der Kaufunger Wald und die Söhre bis in den nördlichen Schwalm-Eder-Kreis sind Luchs-Gebiet. Für das Forstamt Melsungen meldet Luchsbeauftragter Christian-Peter Foet: „Wir sind mit ein bis zwei Katern und drei Katzen voll besetzt.“

Bei einer Größe von über 20 000 Hektar zwischen Söhrewald und Morschen, die das Forstamt Melsungen betreut, bedeutet dies, dass Spaziergänger trotzdem kaum damit rechnen müssen oder dürfen, dass ihnen eine Großkatze über den Weg läuft. Zumal Luchse in der Dämmerung und nachts aktiv sind.

Sollte jemandem jedoch ein Luchs vor die Augen kommen oder ein Spaziergänger eine Luchsspur entdecken, sollte er dies an ihn melden, bittet Foet. Wo bisher Luchse gesichtet wurden, das gibt er allerdings nicht preis: „Wir wollen keinen Luchs-Tourismus“, sagt er. Zwar gelten Luchse wie Wildtiere allgemein als scheu. Doch weil der Luchs hierzulande keine natürlichen Feinde hat und den Menschen nicht als Feind betrachtet, wird er immer mal wieder gesichtet und sogar fotografiert.

Zum einen sind Bilder den eigens aufgestellten Fotofallen zu verdanken, zum anderen ist schnell mal ein Bild mit dem Handy gemacht. So hatte ein Mitarbeiter des Melsunger Forstamtes das Glück, eine Luchsmutter mit vier Jungen vor die Linse zu bekommen. Ganz selbstbewusst saß sie auf einem erhöhten Platz und beobachtete ihren Nachwuchs – und den Menschen. Das Erfreuliche für Foet: „Wir hatten im vergangenen Jahr so viele Luchs-Sichtungen wie noch nie.“ Luchs-Meldungen werden per E-Mail erbeten an  ChristianPeter.Foet@forst.hessen.de ARTIKEL UNTEN

HINTERGRUND

Von Brigitte Müller-Neumann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.