Rundsporthalle: Ingenieur bemängelt Hygiene und Energieverbrauch der Lüftung

Rundsporthalle: Ingenieur bemängelt Hygiene und Lüftung

Wurde nur in Teilen erneuert: Lüftungsanlage der Rundsporthalle Baunatal. Foto: Habich

Baunatal. Von außen blitzt die neue Glasfassade vornehm. Knapp 15 Monate lang wurde die Baunataler Rundsporthalle saniert, 3,8 Millionen Euro investierte die Stadt in den Umbau. Doch auch wenn von außen alles wie neu aussieht – hinter der Fassade wurde an einigen Stellen nur das Nötigste gemacht.

Der Baunataler Lothar Rost sieht bei der 29 Jahre alten Lüftungsanlage des Gebäudes hygienische Mängel. Auch ist Rost überzeugt, dass sich mit einer neuen Anlage deutlich mehr Energie hätte sparen lassen – was ja ein erklärtes Ziel der Hallensanierung war. Nur einzelne Elemente der Lüftung wurden aber erneuert. „Ich verstehe nicht, warum die Anlage nicht komplett ausgetauscht wurde“, sagt Rost.

Rost ist vom Fach, bis vor Kurzem hat der Rentner als Ingenieur gearbeitet. Er bat den Hersteller der Lüftungsanlage um eine Einschätzung zu deren Technik. Die Filterung der Lüftung werde heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht, antwortete der Hersteller, die Firma Wolf aus Hannover. Auch sei deren Innenverkleidung nicht glatt, wie es von neueren Anlagen verlangt wird, so sei sie schwerer zu reinigen. Das sei schlichtweg unhygienisch, sagt Rost. Und er beklagt weitere Mängel. Nicht energieeffizient genug sei die Lüftungsanlage, obwohl sogar einige Motoren ausgetauscht wurden. Daran nimmt Rost, der bei den Grünen in Baunatal aktiv ist, besonderen Anstoß: Schließlich stand bei der Sanierung im Vordergrund, dass die Halle in Zukunft energiesparend betrieben werden soll.

Der Ersten Stadträtin Silke Engler-Kurz (SPD) sind Rosts Einwände bekannt. Einen Fehler in der Planung kann sie allerdings nicht erkennen. „Wir haben vor der Sanierung ein Büro beauftragt, das sich alles angesehen und beurteilt hat, welche Arbeiten notwendig sind. Danach sind wir vorgegangen.“ Es sei vor allem darum gegangen, mit welchen Maßnahmen man am meisten Energie sparen konnte.

Dabei sei die Lüftungs- und Heizungstechnik nur ein Baustein von vielen gewesen, in einem Budget müsse man Prioritäten setzen, sagte die Erste Stadträtin. „Wichtiger war es, Hülle, Fenster und Türen der Halle zu dämmen.“ Um etwa 50 Prozent habe sich so der Energiebedarf senken lassen. Von hygienischen Mängeln ist Engler-Kurz nichts bekannt.

In Heizungs-, Sanitär- und Lüftungstechnik der Halle wurden nur 280 000 Euro der Summe von 3,8 Millionen Euro investiert. Zu wenig, findet Lothar Rost. Auch sei eine wichtige Gelegenheit für den Austausch der Anlage vertan worden. Denn das habe vor der Sanierung des Daches geschehen müssen. Dafür sei es jetzt sowieso zu spät.

Von Irene Habich

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