Alte Schmiede präsentiert große historische Arbeitsgeräte

Luft aus dem Blasebalg

Fest installierter Blasebalg: Die Glut kam in der Esse durch das Zuführen von Sauerstoff auf die richtige Temperatur. Foto:  Wienecke

Baunatal. Ein echter Hingucker in der alten Schmiede an der Hessenstube in Altenritte ist der riesige Blasebalg. Durch dessen Luftstrom erhöhte man die Sauerstoffzufuhr, damit das Feuer in der Esse noch heißer brannte. So konnten die zum Schmelzen und zum Schmieden benötigten Temperaturen erreicht werden.

Ein reines Schauobjekt

Bereits im Mittelalter arbeitete man mit Blasebälgen. Die alte Schmiede in Altenritte aus dem Jahr 1869 kann heute jedoch nicht mehr betrieben werden, da der Anschluss der Esse an den Schornstein fehlt. „Sie ist ein reines Schauobjekt“, erläutert Fritz Bohrs auf Nachfrage. „Es gibt in Baunatal jedoch noch Schmieden in Kirchbauna und Hertingshausen“, berichtet das Mitglied des Vereins für Heimatgeschichte und Denkmalpflege Baunatal. „Schmiedefeuer wurden früher mit Koks und mit der feineren Graphit- oder Schmiedekohle betrieben“, erinnert sich Fritz Bohrs.

Auch Erich Heider verbindet seine Führung durch die Hessenstube mit einem Abstecher in die alte Schmiede der Familie Mumberg. Er weist dort auf die großen Bohrmaschinen hin, die mit Kurbeln angetrieben wurden. Die erste elektrische Handbohrmaschine, die eines der ersten Elektrowerkzeuge war, wurde im Jahr 1895 von dem Unternehmer Wilhelm Emil Fein (1842 bis 1898) erfunden.

Stadtmuseum Baunatal, Mühlenweg 4, und Heimatmuseum Hessenstube mit alter Schmiede, Ritter Straße 1, Altenritte, sonntags 14 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung. Kontakt: Stadt Baunatal, Rathaus, Stadtarchiv, Tel. 0561/499 21 37. www.baunatal.de

Von Bettina Wienecke

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