Fremde Störche warfen Eier raus – Erneuter „Mieterwechsel“ im Vaaker Nest

Luftkämpfe am Horst

Umkämpfter Horst: Auf der Vaaker Storchenplattform kommt es in diesem Jahr immer wieder zu Auseinandersetzungen. Jetzt wurden Eier von „Stör-Störchen“ herausgeworfen. Ob es noch zu einer erfolgreichen Brut kommt, ist fraglich. Foto:  Germandi

Reinhardshagen. Der Vaaker Storchenhorst kommt in diesem Frühling nicht zur Ruhe. Jetzt scheint es zu einer neuen Besetzung gekommen zu sein.

Am 12. April habe es noch so ausgesehen, dass ein Paar die Herrichtung des Horstes auf dem 30 Meter hohen Schornstein abgeschlossen und mit der Eiablage begonnen hatte, sagt Storchenbetreuer Hermann-Josef Rapp. Das Gelege wurde fleißig bebrütet, ein Storch blieb ständig auf dem Horst. Ob es zuvor einen Austausch der Männchen oder auch des kompletten Paares gegeben habe, sei nicht sicher.

Groß war allerdings die Hoffnung der Vaaker Storchenfreunde auf eine erfolgreiche Brut. Doch am 3. Mai änderten sich die Verhältnisse im Horst einmal mehr. Plötzlich verließen beide Vögel gleichzeitig den Horst, um sich auf Nahrungssuche zu machen. Außerdem nestelten sie intensiv im Horst herum und warfen Polstermaterial nach unten, berichtete Rapp.

Karl-Heinz Germandi aus Vellmar, der in den vergangenen zwei Wochen das Paar stundenlang beobachtet und fotografiert hatte, sei sich sicher gewesen: „Das sind neue Störche!“, gibt Rapp des Fotografen Beobachtung wieder.

Gestützt wurde diese Vermutung durch den Fund unter dem Horst rund um den Schornstein. Dort lagen weiße Eierschalen. „Das sprach für sich“, so Rapp, „mindestens drei Eier müssen es gewesen sein“, bilanzierte der Storchenbetreuer. Die Beschäftigen des Gebrauchtwagenhandels neben dem Schornstein berichteten denn auch von „Luftkämpfen“, die mindestens ein fremder Storch ausgelöst hatte und die offenbar zu einem erneuten Mieterwechsel geführt hätten.

Meldungen aus Altkreis

Fast täglich treffen derzeit Meldungen aus dem ganzen Gebiet des Altkreises Hofgeismar über die Beobachtung von Einzelstörchen beim Naturschutzbund (Nabu) ein. Am 4. Mai hätten sich oberhalb der Kelzer Teiche sogar sechs unverpaarte Störche auf den Äckern aufgehalten.

„Stör-Störche“

Die Storchenfreunde würden sich freuen, wenn dieses Interesse der Störche an der Region zur Besiedlung der Kunsthorste an Esse, Diemel und Weser führen würde. „Die Verhinderung einer erfolgreichen Brut durch solche Stör-Störche ist jedoch für alle Naturfreunde wenig ermutigend“, sagt Rapp.

Ob es in Vaake trotz der Ereignisse in diesem Jahr noch zu einer erfolgreichen Brut kommen wird, lasse sich zur Zeit noch nicht beurteilen. (geh)

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