Vellmarer Kreuzfahrtmesse zog Hunderte Besucher an - Das Concordia-Unglück war kein großes Thema

Die Lust auf Meer und Fluss

Schiff ahoi: Einen 1. Offizier aus Pappe nehmen hier Messeveranstalterin Angelika Voigt (links) und Andrea Vollmer (Fuldatal) in ihre Mitte.

Vellmar. Traumschiffe und ihre Routen über die Weltmeere oder großen Ströme lockten Hunderte von Fernwehgeplagten am Samstag in die Mehrzweckhalle Frommershausen.

Sieben namhafte Reedereien hatte das Vellmarer Reiseunternehmen A & M Urlaubsservice bei seiner zweiten Kreuzfahrtmesse, der nach eigenen Angaben einzigen ihrer Art in der Region, zusammengebracht. Die Besucher informierten sich nicht nur an den Ausstellungsständen der Veranstalter. Andrang herrschte auch bei gesonderten Vorträgen, in der die Vertreter der einzelnen Unternehmen ihre Schiffe, Routen, Termine und das Leben an Bord vorstellten.

Dass der Kreuzfahrtmarkt boomt, kann Andrea Voigt, Inhaberin des Vellmarer Reisebüros, bestätigen. Den stetigen Aufwärtstrend der Branche verspürt auch sie: Kreuzfahrten machen bereits fast 20 Prozent des Buchungsaufkommens aus, „bei steigender Tendenz“. Lust auf Meer verspürten entgegen einem noch verbreitet anzutreffenden Klischee längst nicht mehr nur Menschen im fortgeschrittenen Alter, sagt die Touristikfachfrau. Quer durch die Generationen erfreuten sich Seereisen wachsender Beliebtheit. Auch bei jungen Familien mit speziell auf sie zugeschnittenen Programmen und Angeboten. Flusskreuzfahrten würden dagegen immer noch eher von älteren Gästen bevorzugt.

Die Tragödie der Costa Concordia sorgte auf der Kreuzfahrtmesse kaum für Gesprächsstoff. Die Gelassenheit erfahrener Kreuzfahrtreisender und solcher in spe spiegelt sich auch im Geschäftsbetrieb von A & M Urlaubsservice wider. Angelika Voigt: „Bei uns gab es keine Stornierung, Kreuzfahrten werden weiter gebucht.“ Das Schiff zähle nach wie vor zu den sichersten Verkehrsmitteln. So sehen es auch Waldtraud und Klaus Frick aus Vellmar, die sich die Kreuzfahrtmesse nicht entgehen lassen wollten. Das Ehepaar freut sich bereits auf seine nächste Seereise und sagt: „Wir haben keine Angst. Dieses Unglück geht auf das Verschulden des Kapitäns zurück. Auf den Weltmeeren fahren so viele Schiffe, es passiert doch so gut wie nichts.“

Heinz Staub und seine Ehefrau Ursula, ebenfalls aus Vellmar, haben sich wie viele andere mit Katalogen eingedeckt. Drei Hochseekreuzfahrten haben die beiden schon genossen. „Spitzenmäßig“, meint der 74-Jährige. Auch in diesem Jahr will sich das Ehepaar wieder auf dem Wasser erholen. Allerdings, unter dem Eindruck der Concordia-Havarie sagt Ursula Staub (71) jetzt: Schiff ja, offenes Meer nein. Eine Flusskreuzfahrt erscheint ihr da als ideale Alternative.

Die italienische Reederei Costa, vor zwei Jahren in Vellmar vertreten, hatte ihre erneute Teilnahme zugesagt, verzichtet aber derzeit auf den Besuch von Messen.

Von Dorina Binienda-Beer

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