Kampf-Mönche: Kung-Fu-Show „Die Rückkehr der Shaolin“ war zu Gast in Baunatal

Die Macht des Geistes

Kung-Fu-Show: Shaolin-Kämpfer zeigten in der Baunataler Stadthalle, wie perfekt sie die Kunst der Selbstverteidigung beherrschen. Das Publikum geizte beim spektakulären und lehrreichen Auftritt der Mönche etwas mit Applaus. Fotos: Fischer

Baunatal. Man stelle sich vor, da macht es sich einer auf einem Nagelbett bequem, man legt ihm noch eine schwere Steinplatte auf den Brustkorb und haut mit einem Vorschlaghammer darauf. Wahnsinn? Nein, „Qi“– wir sind bei den Shaolin-Mönchen. So nennen sie diese Lebensenergie, die durch jahrelange Übungen schmerzunempfindlich macht. Und wir sind beim Mythos einer 1500 Jahre alten Kampfkunst: „Kung-Fu“.

Kung-Fu? Kenn ich: Ein wütender Schrei, das Gesicht auf Grimasse gestellt und mit den Handkanten zugeschlagen – richtig? Falsch! Was Kung-Fu wirklich bedeutet, welche geistige Haltung dahinter steht und wie entbehrungsreich es sich seine Schüler wie eine Religion erarbeiten, illustrierte die Kung-Fu-Show „Die Rückkehr der Shaolin“ am Dienstag den 350 Besuchern in der Baunataler Stadthalle. Als Bühnenbild die in rötlichen Farben illuminierte Illusion eines Shaolin-Tempels, umrahmt von zwei Löwenskulpturen. Eine Erzählstimme vom Band führte durch das Programm und räumte so gleich die ersten Klischees von der Bühne: „Kung-Fu ist keine Angriffstechnik. Jeder Schüler hat bei Einritt das Gelübde der Friedfertigkeit abzulegen. Gekämpft wird nur zur Selbstverteidigung.“ Wie perfekt sie die beherrschen, zeigten dann sogleich zwölf Shaolin-Kämpfer. Mit Stöcken, den Händen und Füßen wurde gekämpft, während die Körper durch die Luft wirbelten.

Immer wieder wurde von der Geisteshaltung der Kampf-Mönche berichtet: „Die höchste Ebene des Kampfes ist es, nicht zu kämpfen“. Wenn aber, dann in höchster Perfektion. „Tierstile“, waren hier prägend. „Aus dem Angriffs- und Verteidigungsverhalten von Schlangen, Drachen, Leoparden, Kranichen und Tigern wurden die Körperbewegungen abgeleitet“, berichtet der Erzähler.

Zuschauer hielten Atem an

Die Kampfkünstler zeigten, wie das in der Praxis aussieht: Akrobatisch, kraftvoll, geschmeidig. Eine meisterhafte Körperbeherrschung. Noch beeindruckender aber die Schmerzbeherrschung. Die Zuschauer hielten oft den Atem an. Ein Kämpfer legt sich auf eine Speerspitze und lässt darauf den Körper rotieren, ein anderer zerschlägt sich eine Eisenstange auf dem Kopf. Unglaublich.

Fazit: Eine spektakuläre Show, darüber hinaus eine lehrreiche. Der Applaus spiegelte das leider nur ungenügend wider.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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