Mädchenfußball-Ausstellung: In Baunatal gibt es viel Nachholbedarf

Ballbegeistert: Robert und Manuela Simon (Mitte), deren Tochter Carolin im Nationaltrikot spielt, und Ex-Nationalspielerin Birgitt Austermühl. Foto: Dilling

Baunatal. Junge Frauen, die nach einem Tor begeistert die Arme hochreißen. Mädchen in Fußballschuhen beim Training, bei einer Siegerehrung oder als Fairnessbotschafterinnen des runden Leders:

Wer durch die Ausstellung „Fußball bewegt“ geht, die Bürgermeister Manfred Schaub jetzt im Rathausfoyer mit prominenten Gästen eröffnete, bekommt eine Ahnung vom aktuellen Boom des Frauenfußballs. Doch in Baunatal ist der noch nicht angekommen.

In der VW-Stadt gibt es keine Mädchenfußball-Mannschaft, die um Ligapunkte spielt. Dabei hat die Stadt eine Spitzenspielerin vorzuweisen, die U 19-Nationalspielerin Carolin Simon aus Großenritte. Sie kickt für den HSV und spielt momentan in Italien um die Europameisterschaft.

Am mangelnden Interesse liegt es offenbar nicht, dass Baunatal eine Mädchenfußball-Wüste ist. „Wir werden oft angesprochen, auch von jungen Türkinnen“, sagt Ausstellungsgast Ursula Harms, Präsidentin des KSV Baunatal. Doch leider gebe es wegen der vielen Jugendmannschaften, die der KSV schon habe, zu wenig Trainingszeiten auf den Plätzen. Außerdem fehle jemand, der die Gründung eines Mädchenteams ehrenamtlich in die Hand nehme.

„Mir tut es in der Seele weh, dass der Mädchenfußball in der Region zusammengebrochen ist“, sagt Claus Umbach, Vorsitzender des GSV Eintracht Baunatal. Der Großenritter Verein hatte immerhin noch bis vor zwei Jahren eine Mädchenmannschaft.

Umbach ist jedoch zuversichtlich, dass sich noch dieses Jahr in Baunatal in Sachen Frauenfußball etwas tun wird. Es sei ein langfristiges, nachhaltiges Konzept nötig. Er setzt auf die Zusammenarbeit mit der Erich-Kästner-Schule. Und man suche noch eine Trainerin. Vielleicht findet die sich ja am Tag des Mädchenfußballs am 19. Juni in Großenritte. (pdi)

Die Ausstellung „Fußball bewegt“ im Baunataler Rathaus ist bis 12. August geöffnet.

Von Peter Dilling

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