Achte Skulptur steht am Spielplatz in Hertingshausen und stellt Aschenputtel dar

Märchen zum Anfassen

Anfassen erlaubt: Seit vergangener Woche steht Aschenputtel am Spielplatz Auf der Heide in Hertingshausen. Künstlerin Karin Bohrmann-Roth hat sie kindgerecht gestaltet. Marvin (von links hinten), Johannes und Nova waren begeistert. Foto: Skupio

Baunatal. „Ich wollte nichts Abgehobenes, sondern etwas für die Bevölkerung schaffen“, sagt Bildhauerin Karin Bohrmann-Roth. Dass ihr das gelungen ist, zeigt eine Löwenzahnblüte, die bereits wenige Minuten nach Aschenputtels Enthüllung deren Schürzentasche ziert.

Die Skulptur neben dem Spielplatz Auf der Heide in Hertingshausen ist die letzte von acht Figuren zu Märchen der Brüder Grimm. Je 5000 Euro haben die gut einen Meter hohen Skulpturen gekostet. Seit 1998 wurden sie von den Künstlern Bohrmann-Roth, Erika Maria Wiegand und Wolf Bröll angefertigt und anschließend in Baunatal und den Stadtteilen aufgestellt.

Nach den sieben Raben und dem Märchenbrunnen in Altenbauna, dem Froschkönig in Großenritte, Hänsel und Gretel in Kirchbauna, Sterntaler in Guntershausen und dem gestiefelten Kater in Rengershausen, begrüßt in Hertingshausen nun Aschenputtel die Passanten.

„Die Figuren sollen den Stadtteil beleben und den Bezug zu den Märchen herstellen“, sagte Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) bei der Enthüllung der Skulptur vor gut 50 Gästen. Mit der Knallhütte in Rengershausen, in der die Märchenerzählerin Dorothea Viehmann geboren wurde, sei Baunatal sozusagen die Quelle der Märchen. Dies habe man mit den Märchenfiguren ins Blickfeld rücken wollen.

Dass es in Hertingshausen Aschenputtel geworden sei, habe keinen bestimmten Grund. „Doch das Märchen ist mir nicht unsympathisch: Am Ende siegen nach langem Kampf das Gute und die Gerechtigkeit“, sagte Schaub. Auch die Künstlerin spricht dem armen Mädchen einen „großen Liebreiz“ zu: „Sie hat den Prinzen mit ihren inneren Werten und nicht mit dem äußeren Schein für sich gewinnen können.“

Bei der Gestaltung der Figur sei Bohrmann-Roth deren Einbindung ins öffentliche Leben wichtig gewesen. Direkt neben dem Spielplatz gelegen, sollte die Skulptur für die Kinder zum Anfassen sein. Diese Intention ist geglückt: Die Kinder binden Aschenputtel in ihr Spiel mit ein, füttern die Tauben und halten sich ohne Scheu an deren Schürzenzipfel fest. ARTIKEL OBEN

Von Gudrun Skupio

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