Lange Erzählnacht in Crumbach – Märchen lockten viele Zuhörer ins Gotteshaus

Märchenstunde in der Kirche

Geschichten in der Crumbacher Kirche: Pfarrerin Ingrid Ruhrmann-Brandt als Frau Holle (links) und Elke Herwig vom Kirchenvorstand (rechts) mit den Erzählern Sylke Willig (Bildmitte von links), Berthold Böcker und Kirsten Stein. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Der Innenraum der Crumbacher Kirche war in ein schummriges grün-blaues Licht gehüllt, als drei bekannte Erzähler die Besucher jetzt mit auf eine Reise in die Welt der Märchen und Geschichten nahmen.

Frisch und ohne Textvorlage erzählten Sylke Willig, Berthold Böcker und Kirsten Stein „von Acht bis Mitternacht“ von Wagnissen und Wünschen, über die Macht der Mutigen und über merkwürdige Begebenheiten.

Die von der Gemeinde Lohfelden mit Unterstützung der Grimm-Heimat Nordhessen organisierte Erzählnacht wurde in drei Akten präsentiert. Während der Pausen sorgten als Zwerge gekleidete Mitglieder des Kirchenvorstands dafür, dass den Besuchern neben dem Ohrenschmaus auch nordhessische Spezialitäten, Wasser und Wein angeboten wurden.

Die Gemeinde Lohfelden wolle Nordhessen als Heimat der Brüder Grimm noch mehr in den Vordergrund rücken, sagte Bärbel Fehr vom Gemeindevorstand. „Sonntags geht es hier nicht um Märchen, sondern um etwas Anderes“, sagte der Crumbacher Pfarrer Bernt Henning verschmitzt, als er die Besucher in der Kirche willkommen hieß. Anschaulich, spannend und mit überzeugender Gestik trug Mitorganisatorin Kirsten Stein, die in Guxhagen zu Hause ist, das Märchen von „Schneewittchen und den sieben Zwergen“.

Sylke Willig, vom Ostseestrand nach Lohfelden angereist, erzählte die Geschichte vom „Glückskind“, das fast ertränkt wurde, dem Teufel im Traum drei Haare ausriss und nach der erfolgreichen Lösung von Aufgaben mit Gold beladen zum Hofe zurückkehrte.

Einige der von den Brüdern Grimm gesammelten Märchen seien ihm zu brutal, sagte Besucher Georg Martin aus Kaufungen. Daran habe er sich erst gewöhnen müssen. Seiner Ehefrau Renate Martin gefiel besonders die „schlichte, sympathisch-kleine“ Kirche.

Im zweiten Teil der Erzählnacht glänzte Berthold Böcker mit Michael Endes Geschichte über die lange Reise der Schildkröte „Tanquila Trampelpfad“. Die Besucher waren von der wandelbaren Stimme und der großartigen Mimik des aus Wetter (Ruhr) stammenden Erzählers begeistert.

Am Ende der langen Nacht waren sich die Organisatoren und Besucher einig, dass die Kirche sich auch Nichtchristen als ein besonderer Spielort für Märchen erschlossen habe. (ppw)

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