Angehörige vieler Kulturen kamen zum Internationalen Frauenfest ins Vereinshaus nach Baunatal

Für Mama auch mal eine Pause

In Bewegung: Viele Frauen nahmen an einem Kreistanz teil.

Baunatal. „Gönnt der Mama auch mal eine Pause“, sagte Frauanbeauftragte Irmgard Schüler mit einem Augenzwinkern gestern zu den Kindern der gut 60 Teilnehmerinnen des Internationales Frauenfestes in Baunatal. Denn auch Mütter und Frauen bräuchten einmal Zeit für sich. Und sie stünden ja an diesem Tag schließlich im Zentrum des Geschehens.

Viele Kinder folgten der Einladung in die Kinderbetreuung, die die Veranstalterinnen extra organisiert hatten. Doch manche konnten sich einfach nicht von der Mama losreißen. Zumal ja auch so viel Spannendes noch passieren sollte.

Was sind die Themen, die Frauen und Mütter beschäftigen? Wo kann man ihnen bei der Bewältigung des Alltags unter die Arme greifen? Das sind auch die Fragen, die sich die Organisatorinnen des Festes gestellt haben müssen. In drei Szenen spielten sie typische Situationen aus dem Leben vieler Frauen nach. Zum Thema „Familie“ spielte Gülüs Todil eine überforderte Mutter. Die Oma klagte, das Kindhatte Problemen bei den Hausaufgaben und der Mann nörgelte. Und das alles bevor Gülüs auch nur ihre Jacke ausziehen konnte, nachdem sie nach Hause gekommen war. Doch was soll sie jetzt tun?

Das war auch die Frage, die Susanne Radeke, Schulsozialarbeiterin der Theodor-Heuss-Schule, allen Teilnehmerinnen stellte. Doch nicht nur die Mütter, sondern auch viele Kinder meldeten sich und brachten Ideen mit ein, wie Gülüs diese Situation meistern kann. Die Szene sollte die Frauen außerdem auf die Hilfsangebote der Stadt Baunatal aufmerksam machen. Dazu zählt die Initiative Interkulturellen Elternpaten, die sich bei der Veranstaltung vorstellte.

Acht Frauen und ein Mann bieten ehrenamtlich ihre Hilfe an, um ausländische Familien zum Beispiel bei einem Elternsprechtag zu begleiten oder auch bei Fragen rund um das deutsche Schulsystem zu unterstützen. „Wir wollen helfen, damit es Kinder ausländischer Familien nicht so schwer haben wie wir damals. Wir mussten unseren Eltern alles beibringen“, sagt Perihan Tak, die jedes Jahr zum Frauenfest kommt. Die Besucherinnen beim Frauenfest stammen aus vielen verschiedenen Ländern wie Somalia, Afghanistan, Russland, Bosnien, Syrien oder der Türkei. Viele von ihnen sind Stammgäste. Im vereinshaus treffen sie Freunde aus der Nachbarschaft oder Bekannte, die sie beim vergangenen Fest kennengelernt haben.

Beim gemütlichen Essen am Ende des Nachmittags kamen auch Frauen miteinander ins Gespräch, die sich vielleicht sonst nicht miteinander unterhalten hätten. Somit erreichte das Frauenfest auch in diesem Jahr sein Ziel, Frauen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen zusammenzubringen.

Service: Frauenbeauftragte Irmgard Schüler, Tel. 0 56 1/49 92 30 3. Interkulturelle Elternpaten, Ansprechpartnerin Manuela Döring, Tel. 0 56 1/94 92 87 3

Von Jasmin Goldmann

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