Habichtswalderin lernte Beruf der Clownin und ist nun staatlich geprüft

Mama mit der roten Nase

Eingespieltes Team: Bettina Fröhlich-Burkamp als Flora (links) mit ihrer Duo-Partnerin Katja Gierke als Krümel. Gemeinsam sind sie „Buschbohne“. Foto: Detlev Hein/nh

Habichtswald. Wenn Bettina Fröhlich-Burkamp in ihre Kostüme schlüpft und sich die rote Plastiknase überstülpt, wird sie zu Flora – oder zu Dolly. Das ist abhängig vom Ort ihres Auftrittes. Eine Clownin ist sie aber immer. Eine professionelle, und seit Montag sogar eine staatlich geprüfte.

„Eigentlich hatte ich nie eine besondere Beziehung zu Clowns“, erzählt die 39-Jährige, die mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in einer zu einem modernen Wohnhaus umgebauten alten Scheune in Dörnberg lebt. Doch vor Jahren hatte die gelernte Erzieherin in einer Kneipe Flyer über eine Hamburger Clownschule entdeckt und „das hat mich neugierig gemacht“, erinnert sich die zweifache Mutter.

Aus Neugier entwickelte sich recht schnell Begeisterung. „Das Theaterspiel fasziniert mich“, erzählt sie. Das habe sie während der Grundausbildung bei Uli Tamm in Hamburg festgestellt. Dorthin führte sie der Flyer. Danach sei die Entscheidung gefallen: Bettina Fröhlich-Burkamp beschloss, sich zu einer Clownin ausbilden zu lassen.

Dreieinhalb Jahre lang dauert die berufsbegleitende Ausbildung, welche die Habichtswalderin nun an der Schule für Tanz, Clown und Theater (TuT) in Hannover absolviert und nun beendet hat. Die Familie habe von Anfang hinter ihrem nicht ganz gewöhnlichem Berufswunsch gestanden, sagt sie. Nur Tochter Lucy (10) habe sie anfangs gefragt, ob sie dann noch normales Essen kochen und ob sie künftig zu Elternabenden als Clowin gehen würde, erzählt die 39-Jährige und lacht.

Inzwischen ist es für alle Familienmitglieder normal, dass Mama und Ehefrau von Berufs wegen und aus Leidenschaft in Clownkostüme schlüpft. In das von Dolly immer dann, wenn sie beispielsweise in Altenpflegeheimen auftritt, wie in dem Uslarer, wo sie einmal pro Monat hauptsächlich an Demenz erkrankte Bewohner mit ihrem Spiel unterhält. Nach den Herbstferien wird man sie zudem alle 14 Tage in der geriatrischen Klinik Kaufungen antreffen.

Flora ist sie, wenn sie mit Kollegin Katja Gierke auftritt. Gemeinsam sind sie „Buschbohne“ und mit ihrem Stück „Immer wieder sonntags“ auf Kleinkunstbühnen zu sehen. „Die Geschichte ist aus der Improvovisation heraus entstanden“, sagt Fröhlich-Burkamp. Für sie ein wichtiges Merkmal der Clown-Schauspielerei: „Die Geschichten sind nicht konstruiert“.

Nach Ende der Ausbildung will sich die Habichtswalderin nun ausprobieren. „Ich möchte das Duo mit meiner Kollegin ausbauen und gleichzeitig auch als Solistin arbeiten.“ Außerdem bietet sie Clown-Training und Workshops an, arbeitet als Kinder- und Jugendtrainerin beim Zirkus Rambazotti in Kassel. Ein Auftritt in der Fuldastadt ist für Frühjahr 2012 vorgesehen.

Besondere Momente, besondere Begegnungen mit Menschen aus einer ganz anderen Perspektive heraus, die andere Zugänge verschafft – das macht für sie das Clown-Sein aus. Nicht das Lachen und die Albernheiten auf Knopfdruck.

www.lachdichfroehlich.de www.tut.de

Von Vera Glass

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