Zirkusprojekt der Grundschule Sandershausen: Heute und morgen gibt es weitere Vorstellungen

Manegenluft statt Schulbank

Sie lassen Teller in der Luft kreisen: Die Jonglage-Nummern der Sandershäuser Schüler wurden heftig beklatscht. Gespannte Stille herrschte dagegen, als sich Grundschüler als Fakire präsentierten und auf ein Nagelbett legten. Fotos:  Dilling

Niestetal. Hannah aus der Klasse 2a strahlt in der Pause der Zirkusvorstellung. Rund 250 Kita-Kinder, Schüler und Eltern haben gerade ihren Auftritt beklatscht. Sie hat nicht gepatzt und ist tadellos über das Drahtseil balanciert. „Die Proben waren super. Es hat mir großen Spaß gemacht“, sagt die Siebenjährige.

Hannah gehört zu den 200 Schülern der Grundschule Sandershausen, die für eine Woche die Schulbank mit der Manege vertauschen und das von den Zirkusprofis Gelernte mehrmals einem großem Publikum vorführen. Heute und morgen kann man als Zuschauer die beeindruckende Schau aus Akrobatk, Schwerttanz, Zauberei, Clownerie, Schwarzlichtkunst und Jonglage bei zwei weiteren Vorstellungen genießen.

„Die Arbeit in der Manege und die Auftritte stärken das Selbstbewusstsein der Schüler“, sagt Simone Müller. Sie hat das Projekt organisiert.

Das Lehrerkollegium hatte die Idee dazu schon vor einem Jahr. Der Förderverein hat dafür seine Einnahmen aus dem Kartoffelfest des vergangenen Jahres beigesteuert. Denn die Manegenluft gibt es nicht kostenlos: Der Zirkus Phantasia aus Soltau, den die Grundschule engagiert hat, ist auf die pädagogische Arbeit mit Schülern spezialisiert. Er baute mit Unterstützung zahlreicher Eltern das große, runde Zelt auf. Und er stellte die Utensilien, die man braucht, um eine Frau in der Manege „durchzusägen“ oder ein Kaninchen herbeizuzaubern.

Auch die Kostüme für den Auftritt hat der Zirkus in seinem Fundus. Und Manegenchef Lars Wasserthal vesteht es, mit seinen Sprüchen die kleinen Zuschauer zu begeistern.

Beim Training arbeiteten die Schüler jahrgangsübergreifend zusammen. Dadurch können die Jüngeren von den Älteren lernen. Auch das Arbeiten im Team wird gefördert. Nach Ostern werde man diesen altersgemischten Unterricht für ein Leseprojekt nutzen, sagt Müller. Zur Generalprobe gestern luden die Sandershäuser umliegende Grundschulen und Kindergärten ein. Das sorgte für ein fast volles Zirkuszelt. Der Applaus zeigte, dass sich der große Aufwand für die Schule gelohnt hat. Einige Schüler seien bei den Proben konzentrierter und engagierter als im normalen Unterricht gewesen, erzählt Müller.

Drei Vorstellungen gibt es noch im Zelt an der Schule. Heute, Freitag, 23. März, öffnet sich der Vorhang um 17 Uhr. Morgen, Samstag, sind Vorstellungen um 10 und um 14 Uhr vorgesehen.

Karten gibt es eine Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Zirkuskasse. Die Karten kosten je nach Platz für Kinder fünf oder sechs Euro, für Erwachsene acht oder zehn Euro.

Von Peter Dilling

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