Ein Mann für lange Strecken

Manfred Ludewig ist Hoffnungsträger der Vellmarer SPD für die Wahl

Vellmar. Wenn es nur um Ausdauer und Durchhaltewillen ginge, hätte der frisch gekürte SPD-Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Vellmar, Manfred Ludewig, gute Karten: Zwölf Marathon-Läufe hat der 48-Jährige schon absolviert, darunter Starts in Berlin, Hamburg und Paris.

Vier Stunden, 18 Minuten war er schon einmal auf der Marathonstrecke unterwegs und auch für die Entscheidung, als Nachfolger des scheidenden Dirk Stochla (SPD) anzutreten, hat er sich Zeit genommen. Eine Woche haben er und Ehefrau Bettina alle Vor- und Nachteile abgewogen. „Wir haben schon einige Nächte diskutiert“, sagt Ludewig. „Denn ich wollte schon gern, dass meine Frau nicht auf die Bremse tritt.“ Das tat sie nicht und so ist Ludewig, der in Vellmar stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher ist, zum Hoffnungsträger der SPD geworden.

Dabei hat er sich um die Kandidatur nicht gerissen. „Früher war Bürgermeister für mich der Traumberuf, aber das hat sich etwas gewandelt.“ Deswegen kam für ihn auch nur eine Kandidatur in Vellmar infrage. „Hier sind ich und meine Familie heimisch geworden. Ein „Herumtingeln, um irgendwo anders Verwaltungschef zu werden, wäre für mich nicht infrage gekommen“.

Schlechte Finanzsituation

Sicher wisse er als Finanzexperte um die schlechte Finanzsituation in Vellmar. Aber das sei er als Kämmerer - seit 2003 in Fuldatal - gewohnt. „Trotzdem haben wir es in Fuldatal geschafft, die Gemeinde finanziell wieder auf Vordermann zu bringen.“

Würde er gewählt, wolle er erst einmal „Kassensturz“ machen, um zu sehen, was geht und was nicht. Dabei will er ohne Scheuklappen an die Situation herangehen - auch bislang heilige Kühe wie die rund 640 000 Euro für die Pflege der städtischen Grünanlagen seien kein Tabu. Aber: Dies soll nicht über die Köpfe der Vellmarer entschieden werden. „Ich werde den Bürgerwillen ernst nehmen.“ Die Wiederherstellung der finanziellen Handlungsfähigkeit, die Gestaltung des demografischen Wandels, den Erhalt der Attraktivität Vellmars für die nächsten Generationen und den sinnvollen Abschluss offener Projekte hat sich Manfred Ludewig auf die Fahnen geschrieben. Auch der heiß diskutierte Masterplan, den der noch bis November amtierende Verwaltungschef Dirk Stochla als Wegweiser für die zukünftige Entwicklung der jungen Stadt mit Tradition vorgelegt hatte und der danach in der Schublade verschwunden war, ist für ihn durchaus noch aktuell.

Dabei hofft Ludewig, auch im Falle eines Wahlsieges als Bürgermeister einige lieb gewordene Gewohnheiten beibehalten zu können. Das wäre neben dem Marathon immer freitags das regelmäßige Kochen für die Familie.

Von Stefan Wewetzer

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