Siegfried Lange leitet die Sammlung in Espenau und feiert heute 80. Geburtstag

Der Mann vom Museum

Ein Lieblingsstück: Siegfried Lange hat an dem Webstuhl aus dem Jahr 1910 Platz genommen. Das kleine Foto zeigt die Außenansicht des Heimatmuseums Espenau in Hohenkirchen. Fotos:  Wienecke

Espenau. So schnell geht die Zeit vorbei. 15 Jahre ist es her, dass Siegfried Lange von dem früheren Espenauer Bürgermeister Bunzenthal gefragt wurde, ob er nicht das Heimatmuseum Espenau in Hohenkirchen leiten wolle.

Heute feiert der ehrenamtliche Museumsleiter aus Mönchehof seinen 80. Geburtstag. „Na ja, wir haben noch keinen gefunden“, sagt der gebürtige Ostpreuße zu seinem Vorhaben, die Museumsleitung aus Altersgründen nun abzugeben. Daher wird Siegfried Lange, unterstützt durch ein Team aus Ehrenamtlichen, wohl weiterhin das Heimatmuseum öffnen, zwischendurch nach dem Rechten sehen und neue Ausstellungsstücke entgegennehmen.

Seine Frau Herta, mit der er seit 1957 verheiratet ist, hat Siegfried Lange in Haueda bei Warburg kennengelernt. Dorthin kam er mit seiner Familie nach mehreren Zwischenstationen auf der Flucht aus Ostpreußen. „Meine Mutter hatte da Verwandte. Mit 14 Jahren begann ich in Hofgeismar eine Lehre zum Motorenschlosser“, berichtet Siegfried Lange. Später fand er in Bochum in der Dieselwerkstatt eines Bergwerks Arbeit unter Tage. „Wir waren von der Zeche Bruchstraße aus in Ledigenheimen mit zehn bis 15 Mann auf der Etage untergebracht“, berichtet er. „Später wurde die Zeche dann geschlossen, weil Opel aufgebaut werden sollte.“

Siegfried Lange fing bei der Bundesbahn in Düsseldorf an, ließ sich später nach Hagen und schließlich nach Kassel versetzen. Gemeinsam mit seinen Eltern baute er ein Haus in Espenau-Mönchehof, wo er mit seiner Frau Herta heute noch lebt. Das Ehepaar hat einen Sohn, eine Tochter und zwei Enkelkinder.

An dem Ausbau und der Gestaltung des Heimatmuseums Espenau und des benachbarten Schmiedehäuschens beteiligte sich Siegfried Lange maßgeblich. Im Gesangverein MGV Mönchehof war er 33 Jahre lang erster Kassierer und singt dort nach wie vor in der Bassstimme mit. „Er ist ein großer Gewinn für die Gemeinde, ein ganz wichtiger und herzensguter Mensch. Wir sind froh, dass wir ihn haben“, sagt Michael Wielert, Bürgermeister von Espenau.

Von Bettina Wienecke

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