Ehemaliger Niestetaler Pfarrer Friedrich Luncke erhielt Bundesverdienstkreuz am Bande

Marathon-Mann der Konzerte

Hohe Ehrung für Konzertpfarrer: Bürgermeister Andreas Siebert (links) und Vizelandrätin Susanne Selbert gratulierten Friedrich Luncke zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Foto: Dilling

Niestetal. Er spielt Flöte, Orgel und Klavier, er singt leidenschaftlich gern im Chor. Schon als Student organisierte er seine ersten Konzerte. Als Pfarrer ist Friedrich Luncke schon mal im Gottesdienst zwischen Kirchenorgel und Predigtkanzel hin und her geeilt. Man könnte sagen, die Musik ist sein Leben.

Seit über 40 Jahren erfreut Friedrich Luncke Musikfreunde und hat gleichzeitig das kleine Niestetal zu einem begehrten Spielort für anspruchsvolle Kammerkonzerte gemacht. Jetzt wurde der 73-Jährige während eines der Konzerte im vollen Saal des Gemeindehauses der Kirchengemeinde Sandershausen mit den Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Luncke, verheirateter vierfacher Vater mit inzwischen drei Enkelkindern, hat nach seinem Vikariat in Kassel eine Pfarrstelle in der evangelischen Kirchengemeinde Niestetal angetreten. Kurz darauf begann er, die ersten Konzerte in Niestetal zu organisieren. Dabei halfen ihm seine vielen Kontakte zu Professoren und Studenten deutscher Hochschulen. Wenige Jahre später wurde daraus eine feste Konzertreihe mit an die 100 Kammerkonzerten im Jahr. Die Krönung zum Jahresabschluss ist dabei die „Lange Musikalische Winternacht“ am 30. Dezember. Mit dieser Konzertreihe „geben Sie ein nachahmenswertes Vorbild an Menschlichkeit, Toleranz und Großherzigkeit“, sagte Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD), die Luncke die Auszeichnung überreichte.

Die Großherzigkeit und Menschlichkeit Lunckes, der auch Orgelsachverständiger ist, kommen sowohl dem Publikum als auch den Musikern zugute. Der Pfarrer, der 2007 in Ruhestand ging, gibt talentierten, aber oft finanziell nicht auf Rosen gebetteten Künstlern die Chance, sich einem breiten Publikum zu präsentieren.

Und Musikinteressierte, die sich den Besuch eines Konzerts eigentlich nicht leisten können, kommen praktisch kostenlos in seinen Genuss: Die Besucher werden nur um eine Spende gebeten. Das funktioniere bis heute ganz gut, sagt der humvorvolle gebürtige Westfale, der selbst Plakate klebt und stilvolle Kerzen als Geschenke für seine Musiker selbst anfertigt. Die Kirche stellt die Konzerträume, die Gemeinde Niestetal gibt einen Zuschuss, wenn die Einnahmen nicht reichen. Dafür bedankte sich Luncke bei Bürgermeister Andreas Siebert (SPD).

Längst fragen Musiker selbst an, ob sie in Niestetal spielen dürfen. Darunter sind auch Künstler, die inzwischen international erfolgreich sind. „Die freuen sich, wenn sie wieder mal nach Niestetal zurückkommen können“, sagte Luncke. (pdi)

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