260 Rettungsassistenten und Feuerwehrleute beteiligten sich am Zirkeltraining des DRK-Rettungsdienstes

Marathonlauf für den Ernstfall

Chemieunfall an der Schauenburghalle: Feuerwehrleute aus Vellmar und dem Schauenburger Ortsteil Hoof versuchen hier, einen Brand an Gasbehältern unter Kontrolle zu bringen. Eine Verletzte haben sie schon in Sicherheit gebracht. Fotos: Dilling

Baunatal/Schauenburg. Die junge Frau war mit ihrem Opel Corsa auf der engen Straße in Elgershausen viel zu schnell unterwegs: Der Kleinwagen rutscht in den Straßengraben. Die Frau stöhnt, sie hat eine offene Unterschenkelfraktur erlitten.

Das war nur eines der „Unglücke“, die am Samstag in Schauenburg und Baunatal am laufenden Band passierten: 260 angehende Rettungsassistenten vom Roten Kreuz (DRK), dem Arbeiter-Samariter-Bund, Einsatzkräfte weiterer Hilfsorganisationen und Feuerwehrleute aus Nordhessen und Südniedersachsen testeten beim Zirkeltraining des DRK-Kreisverbands Kassel-Wolfhagen den Ernstfall, wie er in seiner ganzen Bandbreite vorkommen kann.

„Komplexe Einsatzsituationen kommen im Alltag der Helfer nicht so oft vor“, sagt Martin Pillkowski vom DRK-Rettungsdienst Kassel. Beim Zirkeltraining hätten Feuerwehrleute und angehende Rettungsassistenten Gelegenheit, sich überraschenden und außergewöhnlichen Gefahrenlagen zu stellen.

Dazu gehörte eine „Granate“ auf einem Feldweg, die so manchen Feuerwehrmann, der nach einem „Pkw-Unfall“ helfen wollte, irritierte und zurückschrecken ließ. Zum ersten Mal habe man beim Zirkeltraining den Umgang mit Kampfmitteln und Munition bei einem Unfall geübt, sagte Michael Keim dazu, stellvertretender Gemeindebrandinspektor von Schauenburg.

Auch ein Chemieunfall, geprobt am Gefahrgutübungscontainer der Feuerwehr Hann. Münden, stand auf dem Übungsprogramm. Der komme ja nicht gerade häufig auf dem flachen Land vor, meinte Keim. Dennoch habe die Schauenburger Wehr vor einiger Zeit einen Unfalleinsatz gehabt, bei dem auslaufende Nitroverdünnung die Umwelt bedrohte.

Einem tödlichen Unfall, der in Hoof tatsächlich passiert ist, nachgebildet war auch ein Szenario auf dem Gelände der Firma Klose in Hoof: Dort mussten die Rettungskräfte eingeklemmte Unfallopfer nach einem Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem Bagger befreien und erstversorgen.

Die Freiwillige Feuerwehr Elgershausen betreute die einzelnen Übungsstationen. Die Koordination der Übungseinsätze stellte sich als anspruchsvoll heraus. Nicht immer lief der Wechsel zwischen den verschiedenen Gruppen fadengerade.

HINTERGRUND

Von Peter Dilling

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