Porzellanmaler aus Vellmar und Kassel treffen sich seit 26 Jahren

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Blick über die Schulter: Die Porzellanmalerin Margret Roth verschönert mit geübter und ruhiger Hand einen Teller mit einem Blumenmotiv. Sie verwendet dabei kurze Pinsel.

Vellmar. Vor 26 Jahren haben fünf Frauen, die aus Vellmar und Kassel stammen, gemeinsam bei Heidi Hornung in Frommershausen einen Porzellanmalkurs besucht. Bis heute treffen sie sich regelmäßig.

Diesmal fand das Treffen bei Gudrun Erbs in Obervellmar statt. Jede der Frauen im Alter von 69 bis 72 Jahren hat ihr Handwerkszeug und eine angefangene Arbeit dabei.

Porzellanmalerinnen in Vellmar

„Ich male wie Margret Roth immer ohne Stiel“, erläutert Margret Posselt aus Obervellmar und greift zum kurzen Pinsel. Er besteht aus Marder- oder Eichhörnchenhaar, das in einem Federkiel steckt. Gudrun Erbs arbeitet lieber mit der klassischen Pinselform und ergänzt daher den Federkiel mit einem Holzstiel. Sie hat sich auf die Darstellung von Blumen, Obst, Elfen und Tierkindern spezialisiert.

800 Grad Celsius

Bei der Aufglasurmalerei wird unbemaltes, gebrauchsfertiges Weißporzellan mit Spezialfarben verschönert. Diese werden aus Pulver und Terpentinöl oder mit dem Balsam des tropischen Copaiva-Baums auf einer Porzellanpalette angerührt. Bei 800 Grad Celsius werden die Farben dann in den Öfen von Heidi Hornung eingebrannt.

Brigitte Passero aus Kassel-Wolfsanger, die ergänzend noch Kurse im freien Zeichnen besucht hat, greift bei der Porzellanmalerei auch gern mal zur Tuschefeder für Schriftzüge und schwarze Konturen. Sie stellt auch Arbeiten her, die ganz in Schwarz gehalten sind und die wie feine Scherenschnitte wirken. Margret Roth aus Kassel-Niederzwehren und Ingeburg Dräbing aus Frommershausen lieben Blumenmotive.

Fachbücher, Zeitschriften oder auch Servietten dienen den Porzellanmalerinnen als Inspiration. Bis zum fertigen Produkt sind jeweils mehrere Mal- und Brennvorgänge nötig. „Das Öl brennt dabei weg, die Farbe wird in die Lasur eingebrannt“, erklärt Brigitte Passero. Für die Ausstellung, die kürzlich im Heimatmuseum in Obervellmar gezeigt wurde, bekamen die Malfrauen, wie sie sich selbst nennen, großes Lob.

Sie bleiben durch Touren zu den Porzellan-Manufakturen, die sie auch für Einkäufe von unbemaltem Marken-Porzellan nutzen, ständig auf dem Laufenden.

Von Bettina Wienecke

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