Heute feiern Elisabeth und Willi Röhrig mit der Familie das Fest der Eisernen Hochzeit

Aus Mark-Stück wurden Ringe

Seit 65 Jahren eng verbunden: Elisabeth und Willi Röhrig feiern heute das Fest der Eisernen Hochzeit. Foto: Oschmann

Söhrewald. Willis beste Eigenschaft? „Dass er noch bei mir ist“, sagt Elisabeth Röhrig leise. Und Elisabeths beste Eigenschaft? „Ihr verdanke ich, dass ich diesen Tag noch erlebe“, sagt Ehemann Willi Röhrig lebhaft. Der alte Herr strahlt. Vorbei, sagt seine Frau. Die schlimme Zeit, als er mit dem Tod rang und sie ihm mit einer Herzmassage das Leben rettete, sei vorbei. Aber sie hat das Ehepaar noch enger zusammengeschweißt. Heute feiern Willi und Elisabeth Röhrig, beide 85 und sehr rüstig, ihre Eiserne Hochzeit. Seit 65 Jahren sind sie als Ehepaar durch manchen Sturm gegangen.

Willi Röhrig kam 1945 aus Gefangenschaft und kriegsverletzt nach Wellerode. „Da traf ich Elisabeth wieder, wir kannten uns aus der Schulzeit, sie saß auf einem Gartentor und war sehr hübsch mit ihren langen schwarzen Haaren“, schwärmt Willi Röhrig. Elisabeth Eberwein, wie sie damals noch hieß, fand ihrerseits den schwarzhaarigen Willi anziehend. Elisabeth war Kontoristin bei der Spinnfaser, Willi kaufmännischer Angestellter bei der Firma Salzmann. „Wenn Elisabeth zum Turnen ging, sagte sie immer, wenn du willst, kannst du mich ja abholen“, erzählt der alte Herr augenzwinkernd. Hat er Elisabeth einen Heiratsantrag gemacht? „Kann schon sein“, sagt Willi Röhrig und grinst breit. Die Eheringe schmiedete ihnen ein Dreher aus einem 1-Mark-Stück. „So schlecht waren damals die Zeiten“, sagt Elisabeth Röhrig.

Seine erste Wohnung bezog das junge Ehepaar in der Villa im Bahnhof Wellerode, später lebte die Familie im so genannten Beamtenhaus. Zwei Töchter, Brigitta und Ingeburg, wurden geboren. 1962 zog die Familie ins eigenhändig gebaute Haus. Der Familienvater war zunächst Betriebsleiter bei der Söhrebahn, später wurde er Oberinspektor bei der Bundesbahn.

Als Leiter der Fußballabteilung der TSG Wellerode und als TSG-Vorsitzender prägte Willi Röhrig, seit 1988 Träger des Bundesverdienstkreuzes, das Welleröder Vereinsleben. Auch als Schöffe und Gemeindevertreter war er tätig. Seine Frau engagierte sich in der Gymnastik und baute später das Kinderturnen mit auf. „Unsere Frauen haben immer fleißig mitgearbeitet“, sagt der Ehemann. „Sie haben unsere Dorffeste so schön und bunt gemacht.“

Heute feiert das Eiserne Hochzeitspaar mit der Familie, zu der auch drei Enkel zählen, seinen Ehrentag.

Von Sabine Oschmann

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