Verkaufsoffener Samstag in Baunatal: Befragte Passanten sagen, dass sich in der City etwas ändern muss

Baunatal: Auf den Markt folgt Tristesse

Der Weihnachtsmann lädt zum Shoppen ein: Kaja Kirchhoff (von links), Ute Arend und ihr Lebensgefährte Stephan Sauerbrei ließen sich vom schlechten Wetter die Einkaufsstimmung nicht verderben. Fotos:  Dilling

Baunatal. Der letzte Marktbeschicker klappt seinen Anhänger zu und fährt weg. Der Weihnachtsbaum ist das Einzige, was um kurz nach 15 Uhr am Samstagnachmittag bei nasskaltem Wetter den riesigen Platz, den ein Hauch von Tristesse umweht, in der City noch belebt. Dabei haben viele Geschäfte geöffnet, es ist verkaufsoffener Samstag. Auf dem Parkdeck an der Stadthalle verlieren sich ein paar Autos.

„Es ist immer dasselbe. Wenn der Markt geschlossen hat, ist hier tote Hose und gar nichts los“, sagt Günter Rohde. Der Baunataler muss es wissen, denn er wohnt in Sichtweite und hat einen guten Blick über das Geschehen.

Paula Heil, die sich im Foyer des Herkules-Markts aufwärmt, stimmt Rohde zu. Seit 1965 wohne sie in Baunatal, erzählt sie. Seitdem sei die Auswahl an Geschäften immer geringer geworden. Jetzt habe auch noch die Bratwurstbude ihren letzten Tag auf dem Platz, sagt Rohde. Ein Uhrmacher fehle in der City, ein Schnellrestaurant wäre auch nicht schlecht, meint der Rentner.

Den Eindruck, dass sich in der City etwas ändern muss, teilen die beiden mit weiteren befragten Baunatalern. „Was hier fehlt, ist ein schönes Spielwarengeschäft“, sagt Ute Arend, die mit ihrem Lebensgefährten Stephan Sauerbrei und dessen Tochter Kaja an diesem Nachmittag noch ein paar Sachen besorgen will. Solch ein Geschäft werde mehr Familien in die City locken, glaubt sie.

Sauerbrei hat vor allem die Architektur und Gestaltung des Platzes und der Ladenzeile im Visier seiner Kritik. „Man blickt ins Leere“, sagt er. Der Platz müsse mit Bäumen und Sitzgelegenheiten aufgelockert werden. Es fehlten Blickfänge. Das gelte auch für die Geschäfte. Die sollten sich doch mal spannende Dekorationsthemen einfallen lassen, meint Sauerbrei.

So sieht das auch Semra Öztürk Mert. Die Baunataler Planer sollten sich doch mal in Göttingen umschauen, wo man in der City mit dem „Gänseliesel“ einen Hingucker habe. Mert beklagt wie ihre Mutter Hatice Öztürk außerdem die ihrer Meinung nach zu geringe Auswahl von Geschäften. Ein Discounter und Mode für junge Leute fehlten. Diese Ansicht teilen auch die beiden Teenager Julienne Schmidt und Sarah Palmerich. Sportliches und Modisches für Jugendliche suche man in der Baunataler City vergeblich. Kleine Ausstellungen und öfter mal Livemusik auf dem Marktplatz würden der Innenstadt guttun, sagt Julienne.

Einig sind sich alle Befragten in einem Punkt. Das neu eröffnete Ratio-Warenhaus in Hertingshausen werde den Baunataler City-Kaufleuten noch zu schaffen machen und Kundschaft weglocken. „Die haben alles drin, was in der Innenstadt fehlt“, meint Palmerich.

Von Peter Dilling

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