Kaufunger CDU sucht Gespräche mit anderen Fraktionen – Bürgermeister sorgt sich um Ortskernstärkung

Markt bei Riffer rückt näher

Unbefriedigende Situation: Der Neukauf-Markt an der Leipziger Straße in Oberkaufungen gilt seit Jahren als zu klein, außerdem gibt es dort zu wenige Parkplätze. Foto: Ketteritzsch

Kaufungen. Antje Rumpf ist kein SPD-Parteimitglied, gleichwohl gehört sie seit über sechs Jahren der SPD-Fraktion im Kaufunger Parlament an. Die Stimme der 40-Jährigen gab am Donnerstagabend den Ausschlag für die Sanierung des Bürgerhaussaales, mit der die über ein Jahrzehnt dauernde kommunalpolitische Lähmung der Lossetalgemeinde aufgebrochen wurde.

Doch wie geht es nun in Sachen Lebensmittelmarkt weiter? Nach der Entscheidung für den Bürgerhaussaal bleibt nur noch das Riffer-Gelände, auf dem Edeka einen Großmarkt errichten will.

Dafür gab es bislang im Parlament keine Mehrheit, aber das - so hofft CDU-Fraktionschef Erwin Schmidt - könne sich unter den neuen Gegebenheiten ändern. Die CDU werde sehr kurzfristig das Gespräch mit den anderen Fraktionen suchen, denn: „Der Erwartungsdruck in der Bevölkerung, hier endlich eine Lösung zu finden, ist groß.“

Nach der Sommerpause könnte die CDU einen Antrag für Riffer stellen, vorher aber will Schmidt mögliche Mehrheiten ausloten. „Ohne zumindest eine theoretische Chance macht ein Antrag ja keinen Sinn“, sagte er.

SPD-Chef Christian Strube sieht das pragmatisch. Nach dem „High noon“ am Donnerstag und der Niederlage seiner Fraktion gebe es nur noch einen möglichen Standort für einen Markt. Ob der auch genutzt werden solle, müsse zunächst innerparteilich diskutiert werden.

Das Ausscheren von Antje Rumpf aus der Fraktionsmeinung jedenfalls werde keine Konsequenzen haben, sagte Strube. „Wir haben die Abstimmung ausdrücklich freigegeben, da wird es jetzt Diskussionen, aber kein Ausschlussverfahren geben.“

Bürgermeister Arnim Roß (SPD) drücken andere Sorgen: „Wir haben jetzt ein Problem mit der Ortskernstärkung in Oberkaufungen.“ Ein großer Supermarkt als Magnet im Zentrum sei vom Tisch, nun müssten andere Möglichkeiten gesucht werden, eine Verödung der Oberkaufunger Mitte zu verhindern. Roß: „Die Bürger erwarten jetzt Lösungen, die müssen wir finden und diskutieren.“ KOMMENTAR

Von Thomas Stier

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