Marktplatz: Schachspiel und künstliche Intelligenz

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Leidenschaftlicher Sammler und Künstler: Bernd Besser bietet die Installationen des „Schachtürken“ (links) und des „Schachautomaten“ auf dem diesjährigen Basar zum Kauf an.

Die genaue Herkunft des Schachspiels ist nicht bekannt, den Vorläufer sämtlicher Spiele aus der Schachfamilie stellt aber wohl eine indische Urvariante des Schachspiels für vier Personen dar. Variationen des Spiels finden sich seither auf der ganzen Welt.

In Europa ist Schach spätestens seit dem 13. Jahrhundert fester Bestandteil der Kultur und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Die Spielregeln sind identisch, keineswegs aber die Schachbretter und Spielfiguren. Wie vielfältig und kunstvoll die Schachspiele trotz der immer gleichen Anzahl von 64 Feldern und 32 Figuren ausgestaltet sein können, lässt sich im Schachmuseum in Lohfelden sehen.

Große gestalterische Vielfalt

In der Alten Schule Ochshausen gründete Bernd Besser 2012 das Museum „Schachwelten“, in dem er, dem Namen des Museums entsprechend, exotische Schachbretter und Figuren aus aller Welt ausstellt. Neben ausgefallenen Schachspielen präsentiert der Museumsgründer auch selbstgefertigte Schachkunst.

Bildergalerie

Marktplatz: Vom Schachtürken zum Schachcomputer – Schachkunst zu verkaufen

Mit seinen „Schachbilderwelten“ hat Künstler Bernd Besser eine ganz neue Kunstrichtung geschaffen. Besser kann zwar selbst auch Schach spielen, „allerdings fehlt mir dafür meistens die Geduld“, weshalb er sich auf das Sammeln der Spiele und die künstlerische Interpretation des Themas konzentriert hat.

Die Faszination des Schachspiels macht für ihn „die geheimnisvolle Eleganz, die ästhetische Dekoration und die klare Versinnbildlichung des Geistes“ aus. Diese Faszination transportiert er in seiner Schachkunst. Skulpturen, Installationen oder Kunstdrucke rund um das Schachspiel sind hier zu sehen und zu erstehen. Denn auf dem alljährlichen Schachbasar veräußert der Museumsgründer und Schachkünstler regelmäßig einige seiner Werke oder Spiele. Diese findet Besser zumeist auf Flohmärkten, woraus eine stattliche Sammlung ausgefallener Schachspiele entstanden ist, die die Vitrinen des Museums füllen. Um Platz für Neues zu schaffen, bietet der alljährliche Schachbasar eine gute Gelegenheit, sich von manchem Stück zu trennen.

Legendärer Schachtürke

Als besonderes Highlight in diesem Jahr bietet Bernd Besser ein Duplikat des „Schachtürken“, des ersten uhrwerkbetriebenen Schachautomaten, an. Das Original sorgte im 18. Jahrhundert für Furore. Wo immer der „Schachtürke“ auftauchte, versuchte man sein Geheimnis zu lüften. Handelt es sich um ein mechanisches Wunder oder um faulen Zauber? Bereits Napoleon, Katharina die Große oder Benjamin Franklin traten gegen den „Schachtürken“ an.

Dass sich Schachspieler auch heute noch gern mit Computern messen, verdeutlicht ein weiteres Kunstwerk: „Der Schachautomat“. Beide Werke zeigen zugleich die Entwicklung des Königsspiels im Laufe der Epochen. Bernd Besser trennt sich von den beiden Installationen auf dem diesjährigen Schachbasar, der am heutigen Samstag seine vierte Auflage erfährt.

Von 10 Uhr bis 16 Uhr bietet der Basar in der Ochshäuser Straße 20 allen Freunden des Schachspiels einmal mehr ausgefallene Raritäten oder einzigartige Kunst zum Thema Schach an. Ob Bretter, einzelne Figuren oder komplette Figurensätze, ob Drucke der Schachkunst oder Originale – die Preise sind Verhandlungssache, los geht’s ab 10 Euro. Für ein originales Kunstwerk wird man allerdings ein paar Euro mehr ausgeben müssen. „Sämtliche Erlöse des Basars kommen dem Schachmuseum zugute“, unterstreicht Bernd Besser, der mit den Einnahmen auch künftig den Museumsbetrieb sicherstellen möchte.

Kontakt: Tel. 05 61 / 51 39 36

Von Peer Bergholter

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