Marktplatz: Ein Miniatur-Dorf mit Ritterburg

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Auch die Haustür sieht dem Original zum Verwechseln ähnlich: Willi Rüppel hat auch sein Elternhaus in Giflitz nachgebaut. Es ist das einzige Gebäude, das er nicht verkaufen will.

Bunt bemalte Wichtelmänner und Steinfiguren als Gartenschmuck, das kennt man. Doch wer hat schon ein ganzes Fachwerkdorf samt Kirche und Ritterburg im Garten stehen, das in der Nacht zudem noch im Lichterglanz erstrahlt?

Im Garten von Willi Rüppel im Edertaler Ortsteil Giflitz kann man dieses außergewöhnliche Schauspiel bewundern – und sich die liebevoll konstruierten Miniatur-Fachwerkgebäude selbst auf die Terrasse oder den eigenen Garten stellen. Denn der Rentner und begeisterte Bastler will sich von den meisten seiner Stücke trennen, um Platz zu schaffen für neue originalgetreue Modelle.

Bildergalerie

Willi Rüppel aus Giflitz verkauft seine originalgetreu nachgebauten Fachwerkhäuser

Mit Materialien aus dem Baumarkt errichtet der „waschechte Waldecker“ – wie er sagt – wahre Kunstwerke des Fachwerkbaus. Rüppel ist häufig mit dem Fotoapparat unterwegs, um interessante Fachwerkhäuser abzulichten. „Ich frage dann die Besitzer, ob ich ihr Gebäude nachbauen darf“, sagt der Giflitzer. Dann macht sich der Rentner in seiner selbst errichteten Werkstatt an die Arbeit: Aus Holzrahmen und -leisten, Kunstschiefer, Schaumstoff, Presspappe, Glas, Putz, Kleber und Farbe sowie weiteren Baustoffen entstehen seine originalgetreuen Gebäude. Das Tragwerk konstruiert Rüppel wie bei einem echten Fachwerkhaus, ebenso jedes einzelne Gefach. „Die Gebäude sind wetterfest und robust. Darauf können Sie stehen und es passiert nichts“, versichert der Bastler. Einige seiner Fachwerkgebäude dienen als Vogelhaus. Man kann sie aufklappen, um Futter hineinzustreuen und sie zu reinigen.

Aufwendige Arbeiten

In jedem Haus stecken mehrere 100 Arbeitsstunden. Die größte Herausforderung sei der Nachbau der Bergfreiheiter Kirche gewesen, erzählt der Rentner. Das Einfügen des achteckigen Turms der Kirche hat ihn viel Schweiß und Nachdenken gekostet. Seine wohl spektakulärsten Stücke sind zwei Ritterburgen, die er ebenfalls verkaufen will. Für den Bau der einen hat er echte Giflitzer Bruchsteine und echten Schiefer verwendet.

Seit 15 Jahren frönt der Giflitzer intensiv seinem Hobby. „Ich habe schon in der Schule gern gebastelt“, erzählt der gelernte Anstreicher und frühere Straßenbauer. Alles fing damit an, dass ihm ein Freund ein ziemlich beschädigtes Modell-Fachwerkhaus brachte, das Rüppel wieder reparierte. Später bastelte er für seine Kinder. Auch auf Weihnachtsmärkten und Kunsthandwerkerausstellungen präsentierte er seine Kreationen. Alles hat er sich im Selbststudium beigebracht. „Wenn jemand eine ausgefallene Idee hat, versuche ich, das nachzubauen“, sagt er.

Willi Rüppel verkauft seine Burgen und Fachwerkhäuser auf Wunsch auch inklusive der LED-Beleuchtung. Der Preis ist Verhandlungssache.

Von Peter Dilling

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