Geschichtsverein erinnerte an Philipp Hoffmeister und seine Schnurren aus den Schauenburger Dörfern

Marktweiber mit Mus auf Tour

Ein Selbstbildnis: Philipp Hoffmeister. Foto: Universitätsbibliothek Marburg/Repro Wohlgehagen

Schauenburg. Hinter dem Rewe-Markt im Ortsteil Hoof gibt es eine Philipp-Hoffmeister-Straße. Aber kaum jemand kennt den in Eiterhagen geborenen Poeten, Zeichner und Märchenbeiträger, aus dessen Feder auch 16 Geschichten stammen, die in den Dörfern der heutigen Gemeinde Schauenburg angesiedelt sind.

Mitglieder des örtlichen Geschichtsvereins trugen jetzt in der Grundschule Hoof Kostproben aus diesen Sagen, Märchen, und „Schnurren“ Philipp Hoffmeisters vor. Heinz Vonjahr machte die Besucher mit dem Leben und Werk des vielseitigen Mannes aus dem 19. Jahrhundert vertraut.

„Philipp Hoffmeister war eine faszinierende Persönlichkeit“, sagte Vonjahr über den Theologen und Volkskundler, der zunächst in Klein Schmalkalden (Thüringen) und von 1840 bis 1869 in Nordshausen als Pfarrer tätig war. Der Bezug zu Schauenburg, so Vonjahr, ergebe sich aus Hoffmeisters „Hessischer Volksdichtung“ (1869) mit Hexengeschichten und Schwänken über Elgershausen, Breitenbach und Martinhagen.

„Philipp Hoffmeister war eine faszinierende Persönlichkeit.“

Heinz Vonjahr

Eine Elgershäuser Märchenfrau als historische Person habe es trotz der Abbildung der „Alten Till‘schen“ jedoch nicht gegeben, sagte der Geschichtskenner.

Vergrabener Schatz

Viel Beifall erhielten Kerstin Kalinke und Irmtraut Göbel für die Darstellung zweier „Weiber“ aus Elmshagen, die – nach einer Anekdote Hofmeisters – mit ungewöhnlichem Zwetschgenmus auf den Markt nach Kassel zogen. Auch an den Beiträgen über behexte Schweine und Kälber, einen von den Franzosen vergrabenen Schatz oder die dramatische Sage von Geschehnissen am Hirschsteinfelsen (Hirzstein) hatten die Besucher ihre Freude.

„Philipp Hoffmeister - Leben und Werk, von Heinz Vonjahr“ ist in Heft 9 aus der Reihe der Schauenburger Geschichtsblätter erschienen und beim Geschichtsverein Schauenburg erhältlich.

Kontakt: Manfred Bollerhey, Vorsitzender des Geschichtsvereins, Telefon 0 56 01/12 15.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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