Natursteinspezialist Frankfurth und Söhne investiert 150 000 Euro in Zukunftsmarkt

Marmor maßgeschneidert

Moderne Technik: Steinmetzmeister Thorsten Burghardt bestimmt am Bildschirm des Computers die Form, welche die Brückensäge aus dem Marmor schneiden soll (im Hintergrund). Fotos:  Dilling

Baunatal. Steinmetzmeister Thorsten Burghardt hievt mit einem Mitarbeiter die schwere Marmorplatte auf den Arbeitstisch, er schließt die Kabinentür und gibt Daten in den Computer ein. Der mächtige Kopf der neuen Brückensäge aus Italien senkt sich auf die Platte und frisst sich in den Stein. In wenigen Minuten hat die Säge die runde Platte für einen Bistrotisch herausgeschnitten.

Die rund sieben Meter lange, fünf Meter breite, gut drei Meter hohe und vier Tonnen schwere Säge ist das neue Flaggschiff im Maschinenpark der Großenritter Firma H. Frankfurth & Söhne. Sie kann sich computergesteuert in alle Richtungen drehen, sägen, fräsen und bohren.

Wettbewerbsvorteile

Die Investition von 150 000 Euro soll dem traditionsreichen Familienbetrieb, der nach eigenen Angaben rund eine Million Euro pro Jahr umsetzt, in einem umkämpften Zukunftsmarkt Wettbewerbsvorteile bringen. Aus Natursteinen wie Marmor und Granit fertigen Steinmetze längst nicht mehr nur Grabmale, Treppenstufen oder Fensterbänke. Anspruchsvolle Eigenheimbesitzer interessierten sich für gediegene Küchen- und Badeinrichtungen aus edlem Stein, vor allem wenn es um Renovierungen gehe, sagt Steinmetzmeister Ralph Frankfurth. Dieser Trend aus der Schweiz und Österreich sei jetzt auch in Deutschland angekommen. Frankfurth ist alleiniger Geschäftsführer seit 1994 und Firmeninhaber in der dritten Generation.

„Mit der neuen Maschine sind wir vielseitiger. Wir sind schneller und können alle möglichen Maße und Formen mit größter Exaktheit herstellen“, sagt Frankfurth.

Ein Beispiel dafür sind Duschtassen aus Naturstein, die die neue Maschine viel schneller nach individuellen Maßen schneiden und fräsen kann als ihre Vorgängerin. Pappschablonen als Modell braucht man nicht mehr.

Viel Handarbeit ist in der Werkstatt dennoch gefragt. Die Steinformen müssen geschliffen und poliert werden. Frankfurth verarbeitet Natursteine aus aller Welt. Die Firma hat ein großes Lager und arbeitet mit Küchen- und Bäderstudios, Fliesenlegern, Baumärkten und Bauunternehmen zusammen.

Anfangs Betonwaren

Ralph Frankfurths Großvater Heinrich hat die Firma vor 87 Jahren als Einmann-Betrieb für Betonwaren gegründet. Heute arbeiten in der Werkstatt sechs Mitarbeiter und eine Reihe von Aushilfen. Die Büroarbeit erledigen Frankfurths Ehefrau und seine Schwester.

Zum Sommer würde die Firma gern einen Lehrling einstellen, sagt Thorsten Burghardt. Doch wegen der schweren und oft staubigen Arbeit sei es nicht einfach, einen geeigneten Jugendlichen zu finden.

Info/Kontakt: H. Frankfurth & Söhne Grabmale und Natursteine,, Am Mühlengraben 18, Telefon 05 6 01/85 66

Von Peter Dilling

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