Sanierung des Bürgerhaussaals in Oberkaufungen hat begonnen – Voraussichtliche Kosten: 2,8 Mio. Euro

Marodes Gebäude wird entkernt

Baustelle: Die Container am Bürgerhaussaal zeigen, dass das Gebäude saniert wird. Foto: Schindler

Kaufungen. Jens Fey und seine Kollegen von der Kaufunger Firma Podlich sorgen dieser Tage dafür, dass der Saal des Bürgerhauses an der Niester Straße kaum wiederzuerkennen ist. Die Gerüstbauer schaffen die Voraussetzungen dafür, dass die Bauarbeiter mit der umfassenden Sanierung des maroden Gebäudes beginnen können.

Dafür durchziehen sie den 450 Quadratmeter großen Saal mit einem Gewirr aus Stangen, Streben und Bohlen; eine Arbeitsebene in etwa vier Meter Höhe lässt den vor 50 Jahren eingeweihten Saal niedriger und dadurch wesentlich kleiner erscheinen.

Dort, wo sie ohne Gerüst herankommen, waren die Bauarbeiter schon zugange: Die dunklen Wandverkleidungen aus Holz sind verschwunden und geben den Blick frei auf die vor einem halben Jahrhundert nicht immer ganz sorgfältig vermauerten Ziegelsteine.

Auch anderes tritt wieder zutage: Oberlichter an der Westseite des einst im Zuge des Bürgerhaus-Programms von Ministerpräsident Georg August Zinn (SPD) errichteten Saals zum Beispiel, die vermutlich irgendwann in den 70er-Jahren zugenagelt wurden.

Nach Auskunft von Bauamtsleiter Jürgen Christmann steht im nächsten Schritt die Entfernung von Teilen an, die anders als Anfang der 60er-Jahre heute als Schadstoffe gelten: Lüftungskanäle, für die Asbest verwendet wurde, PVC-Kleber und Glaswolle. Bei diesen Arbeiten werden die Bauleute Schutzanzüge tragen. Wenn das Gebäude bis auf den Rohbau entkernt ist – nur das Originalparkett aus Eichenholz bleibt erhalten –, werden die Weichen energie- und veranstaltungstechnisch auf Zukunft gestellt.

Dreifach verglaste Fenster, ein gut gedämmtes Dach und gedämmte Fassaden sollen dafür sorgen, dass die Kosten für den Unterhalt sinken. Selbst eine Fotovoltaikanlage könnte das Dach tragen. Die Zeiten, in denen Zuhörer, die hinten saßen, wegen der desolaten Lautsprecheranlage nur Bahnhof verstanden, sollen bald der Vergangenheit angehören. Auch die Küche wird erneuert, an der Ostseite erhält der von dem Kaufunger Architekten Joachim Döring umgestaltete Saal zudem einen zusätzlichen Eingang.

Trotz der alten Bausubstanz rechnet Bauingenieur Christmann nicht mit negativen Überraschungen.

Auch was die Einhaltung des finanziellen Rahmens angeht, ist man im Kaufunger Rathaus optimistisch. Die Kosten, davon ist Kämmereileiterin Susanne Schmidt-Osterberg überzeugt, werden deutlich unter drei Millionen Euro liegen.

2,4 Millionen Euro sind für die eigentliche Sanierung vorgesehen, hinzu kommen laut Haushalt rund 400 000 Euro für Möbel, Lichttechnik und die Küche.

Von Peter Ketteritzsch

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