Stadt plant Minimalsanierung

Marodes Parkdeck in Vellmar bleibt geöffnet

Noch geht es arg eng zu: Vor Beginn einer Sanierung sollen jetzt schon die Stellplätze verbreitert und neu markiert werden. Foto: Wewetzer

Vellmar. Teile des maroden Vellmarer Parkdecks müssen vorerst nicht geschlossen werden. Um eine Sanierung kommt die Stadt weiterhin nicht herum. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Standfestigkeit des Betonbaus durch einen Statiker, erklärte Bürgermeister Dirk Stochla (SPD).

Nach der Untersuchung aus dem Oktober gab der Statiker das Parkdeck für ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember 2013 frei. Die Freigabe wäre sonst Ende dieses Jahres abgelaufen. Wie berichtet, rostet der Stahlbeton im Altbau des mehr als 30 Jahre alten Parkdecks. Das Oberdeck wurde erst in den 90er-Jahren draufgesetzt.

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Für den Verwaltungschef macht die Verlängerung zweierlei deutlich: Zwar sei es noch nicht so schlimm, dass die zwei Decks des betroffenen Altbaus gesperrt werden müssten. Aber die auf nur ein Jahr befristete Freigabe zeige, dass der Bau „schwer angeschlagen ist“.

Ursprünglich sollte das Parkdeck im Zuge der geplanten Rathaussanierung abgerissen und neu gebaut werden. Nachdem das Finanzierungsmodell aber durch den Bürgerentscheid gekippt wurde, musste die Stadt umplanen: „Unsere Strategie ist es, das Parkdeck jetzt erst einmal mit kleinstmöglichem finanziellen Aufwand zu erhalten“, erläuterte Stochla die Vorgehensweise.

Über die Kosten für diese kleine Lösung konnte er noch nichts sagen. Ursprünglich war für eine Komplett-Sanierung mit reinen Baukosten von 1,1 Millionen, für den Neubau mit 1,5 Millionen Euro gerechnet worden. Darin nicht enthalten sind Nebenkosten wie zum Beispiel die Architektenleistungen.

Der Verwaltungschef räumte ein, dass „dies nicht der ideale Weg ist, den wir uns vorgestellt haben“. Aber: Wenn die neue Kostenkalkulation für die Sanierung des Rathauses stehe, könne man immer noch überlegen, ob man beide Projekte nicht doch gemeinsam durchziehe.

Die kleine Lösung fürs Parkdeck wurde gewählt, weil neben dem Rathaus der Neubau des asbestbelasteten Bürgerhauses Obervellmar und die Sanierung der ebenfalls belasteten Kulturhalle Niedervellmar gegenüber dem Parkdeck Priorität hätten.

Käme doch ein Neubau in Betracht, würde die Zahl der Stellplätze von jetzt 140 auf dann 170 steigen und auch ein behindertengerechter Zugang zu den oberen Stockwerken geschaffen. Was laut Stochla jetzt schon erledigt werden wird: Die Breite der Parkplätze soll den modernen Bedürfnissen der größeren Autos angepasst werden.

Von Stefan Wewetzer

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