Mönch Phra Sane Asiyano hat sein Domizil seit Kurzem in Martinhagen

Ehemaliges Gasthaus ist nun Thaitempel

Schauenburg. Manchmal nimmt Mönch Phra Sane Asiyano seinen besonderen Regenschirm von der Wand und geht von Martinhagen hinaus in den Wald. Dort setzt er sich dann – egal bei welchem Wetter – auf den Boden unter den hängenden Schirm und meditiert.

Martinhagen ist das neue Zuhause des 37-jährigen Thailänders. Der Verein Wat Pa Asiyano hat das ehemalige Gasthaus „Zum Wattenberg“ an der Korbacher Straße gekauft und dort einen buddhistischen Thaitempel eingerichtet.

Meditation: Mönch Phra Sane Asiyano unter dem Regenschirm, den er normalerweise in die Natur mitnimmt.

Die frühere Gaststätte sei nun Anlaufstation für Menschen mit buddhistischem Glauben aus ganz Nordhessen, erläutert Sirinthra Kugeler. Die 25-Jährige schätzt, dass in Kassel allein 1000 Thailänder leben. „Zur Eröffnung hatten wir 400 Leute hier.“ Offen sei das Haus aber ebenso für Interessierte aus anderen Regionen und auch für Menschen, die einen anderen Glauben haben. Platz gibt es genug, schließlich verfügt das Gebäude über einen großen Festsaal. Dort fand am vergangenen Samstag eine große Einweihungsparty statt.

„Ich bin hier, um anderen die buddhistische Lehre beizubringen“

Es geht fröhlich zu in den Räumen des ehemaligen Gasthauses. Gemeinsam wird gelacht, meditiert, gebetet und gegessen. Mehrere Thailänderinnen aus Kassel und Umgebung sind da, außerdem der deutsche Ehemann von Sirinthra Kugeler, Tobias, aus Bad Wildungen und Rentner Wilfried Schütz aus Kassel, der mit dem Mönch seit vier Jahren befreundet ist.

Neue Bestimmung: Die ehemalige Gaststätte Zum Wattenberg ist nun ein Treffpunkt für Buddhisten in Nordhessen.

„Wir haben das Haus durch Spenden finanziert“, sagt Kugeler. Nach und nach wolle man das Gebäude renovieren. Da helfe Wilfried Schütz fleißig mit. Der gebürtige Breitenbacher hat an der Eröffnung des Thaitempels in Martinhagen sowieso einen großen Anteil. Er sei mit einer thailändischen Bekannten zum Pilzesammeln nahe Martinhagen unterwegs gewesen, berichtet er. Dabei habe er entdeckt, dass der Gasthof zum Verkauf stehe.

Buddhistischer Thaitempel in Martinhagen eröffnet

Seit 1. April ist der Verein nun Eigentümer des Anwesens. Ein Raum wurde von den Thailänderinnen inzwischen als Tempel gestaltet. Dort gibt es eine Buddha-Statue, dort sitzt auch der Mönch und empfängt jeden Tag das Essen, das er zuvor von Spendern aus Kassel abgeholt hat.

„Loslassen“

„Ich bin hier, um anderen die buddhistische Lehre beizubringen“, sagt Phra Sane Asiyano. Es gehe darum, den Geist zu befreien, von allem anderen loszulassen. Die buddhistische Gemeinschaft will sich in Martinhagen integrieren. „Zur Eröffnung sind wir durch das Dorf gegangen, damit die Leute sehen, was das ist“, berichtet Wilfried Schütz weiter. „Fast alle haben darauf positiv reagiert.“

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