Betrug? Martinhagener soll Zeitschrift bestellt haben - doch weiß nichts davon

Fernsehzeitschrift ungefragt zugesandt: Kurt Eisen (Bild) hat das Deckblatt der Zeitschrift zur Beweissicherung kopiert. Das Original hat er an den Absender zurückgeschickt. Foto: Dilling

Schauenburg. Kurt Eisen traute seinen Augen nicht, als er Ende November einen Brief der Firma Blucom aus Mönchengladbach öffnete. „Wir freuen uns, sie im Kreis unserer neuen Leser begrüßen zu dürfen“, schrieb das Unternehmen und kündigte die Lieferung einer Fernsehzeitschrift an.

Eisen habe eine Abonnement für „zunächst“ 14 Monate abgeschlossen. „Vereinbarungsgemäß“ erhalte er eine „Gutschrift“ über 15,60 Euro. Und als „Dankeschön“ habe man, „wie versprochen“, einen Reisegutschein über 150 Euro beigefügt.

Doch der ehemalige Berufssoldat weiß nichts von einer Abo-Bestellung, wie er gegenüber unserer Zeitung versichert. Er brauche auch gar keine Fernsehzeitschrift.

Besonders erbost den Martinhagener, dass die Firma seine Kontoverbindung gespeichert hat und auch noch behauptet, von ihm dazu ermächtigt worden zu sein. Umgehend schreibt er der Firma zurück, sie solle doch schriftliche Nachweise für den angeblichen Vertragsabschluss beibringen. Statt einer Antwort findet der Pensionär die erste Fernsehzeitschrift in seinem Briefkasten, die er umgehend per Einschreiben zurückschickt.

Brief an die Firma

Eisen schreibt der Firma auf Anraten der Baunataler Polizei, an die er sich um Rat gewandt hat, vor Weihnachten einen Einschreibe-Brief, in dem er ausdrücklich den Abschluss eines Abonnementvertrags bestreitet. Außerdem geht er zu seiner Bank, um zu überprüfen, ob das Unternehmen schon Geld eingezogen hat. Das ist nicht der Fall. Der Martinhagener bittet die Bank, eventuell noch kommende Lastschriften nicht einzulösen.

Das Geschäftsgebaren dieser Firma rieche nach Betrug, sagt der 66-Jährige. Sollte Blucom tatsächlich von seinem Konto abbuchen, werde er Anzeige erstatten. Viele Laufereien und Kosten habe er wegen der Firma aber schon jetzt gehabt.

Der Pensionär findet es schlimm, dass diese anscheinend leicht an seine Bankverbindung gekommen ist. Da müsse es irgendwo ein Datenleck geben, vielleicht bei der Firma, wo er eine Computerzeitschrift im Abonnement beziehe, vermutet der Martinhagener. „Da ist irgendetwas hinter meinem Rücken gelaufen“, vermutet Eisen. Kundendaten müssten auf jeden Fall besser geschützt werden, sagt der Martinhagener.

Diskussion im Internet

Über die Firma Blucom wird auch im Internet diskutiert. In einem Diskussionsforum finden sich dort sechs Beiträge, die allesamt negative Erfahrungen mit dem Unternehmen schildern. Es geht um Zeitschriftenwerbung am Telefon und um angebliche Abonnementsverträge.

Expansion in Europa

Die Firma selbst hat einen Internetauftritt und bezeichnet sich dort als 2009 gegründetes „mittelständisches Unternehmen im Bereich Telemarketing“ mit etwa 30 Mitarbeitern. Unternehmensziel sei die Expansion über ganz Europa. Man verstehe sich als Dienstleister für andere Firmen, deren Bekanntheitsgrad im Internet man steigern wolle.

Von Peter Dilling

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