Maschinen im Baunataler VW-Werk mögen’s kühl

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Luftzufuhr zur Kühlung: Die Versorgungstechniker Carsten Becker (links) und Wolfgang Hellmer vor einem der acht Ventilatoren, deren Propeller einen Durchmesser von 3,50 m haben.

Baunatal. Wenn Maschinen arbeiten, entsteht Wärme. Ob Presse, Drehbank oder Fräse, damit die mechanischen Werkzeuge eine gleichmäßige Qualität produzieren, muss „ein möglichst gleiches Temperaturniveau gehalten werden“, sagt Frank Hillberger, Versorgungstechniker im VW- Werk in Baunatal.

20 bis 25 Grad Celsius seien optimal. Um dies zu erreichen, werden in den Hallen auf dem weitläufigen Gelände jede Maschine und jeder Schaltschrank, deren Zahl in die Tausende geht, mit Wasser gekühlt. Ein Großteil über einen zentralen Kühlturm südlich der Produktionshallen.

Der lang gestreckte Klinkerbau ist 15 Meter hoch, am Fuß hat er ein offenes Becken. Dieser Speicher fasst 8000 Kubikmeter oder acht Millionen Liter Wasser. „Dies wird ausschließlich an der Luft abgekühlt“, sagt Versorgungstechniker Wolfgang Hellmer. Oben am Gebäude wird das Wasser wie bei einer Dusche versprüht und fällt in das Becken. Von unten wird aus acht Kammern Luft entgegengeblasen. Jeder Propeller dieser Ventilatoren hat einen Durchmesser von 3,50 Meter.

Auf diese Weise kühlt sich das Wasser zum Beispiel an einem Tag mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit von 25 auf 21 Grad Celsius ab, also vier Grad Unterschied. An trockenen, heißen Tagen sei die Kühlleistung höher, erklärt Hillberger. Denn die Luft könne mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Um bis zu sechs Grad kühlt sich dann das Wasser ab.

Dass die Luft Wasser aufnimmt, zeigt sich bei entsprechender Außentemperatur an der Dampfwolke, die über dem Kühlturm aufsteigt. Der Flüssigkeitsverlust im Kühlsystem mache derzeit 350 bis 400 Kubikmeter pro Tag aus, sagt Hellmer. Entsprechend viel Trinkwasser wird aus eigenen Brunnen zugegeben.

Über die großen Ventilatoren wird laut Hillberger „alles, was vorbeifliegt, zum Beispiel ein Insektenschwarm, angesaugt“. Und muss anschließend wieder aus dem Wasser herausgefiltert werden. Dies geschieht im Technikraum des Kühlturms über zwei Behälter, in denen jeweils 16 Filter aus Edelstahl in Kerzenform montiert sind, deren Löcher ein Zehntel Millimeter Durchmesser haben. Sind diese verschmutzt, wird automatisch das mit einem Druck von sechs Bar durchströmende Wasser über Ventile umgekehrt und spült die einzelnen Filter frei. „Dieses Schmutzwasser wird in die Kanalisation geleitet“, erklärt Wolfgang Hellmer.

Von Michael Schräer

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