Fracking für Erdgasförderung: Kommunen kritisieren Forderung des Regierungspräsidiums Darmstadt

Maulkorb beim Thema Wasser

Silke

Kreis Kassel. Seit bekannt ist, dass in einigen Jahren in Nordhessen über die umstrittene Fracking-Methode Erdgas gefördert werden könnte, sind die Bürgermeister der Region in Alarmbereitschaft. Sie befürchten gravierende gesundheitsschädigende Auswirkungen auf das Trinkwasser. Derzeit geht es um die Genehmigung von Erkundungsbohrungen. Hierzu können die Bürgermeister im Landkreis Kassel beim zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt bis zum 31. August Stellungnahmen abgeben. Allerdings: Eine wasserrechtliche Beurteilung wird von den Kommunen nicht gewünscht.

Bei den Verwaltungschefs stößt diese Einschränkung auf massive Kritik. „Gerade ums Grundwasser geht es ja beim Fracking“, sagt Thomas Raue (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald, die zusammen mit Ahnatal einen gemeinsamen Wasserbeschaffungsverband führt. Auch für Ahnatals Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU) ist das Thema Trinkwasser ein „ganz zentraler Punkt“ - auch weil Ängste in der Bevölkerung da seien.

„Das Trinkwasser zählt nicht zu den Aufgaben der Kommunen“, begründet dagegen Gerhard Müller, Sprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt die Restriktion, nach der sich die Städte und Gemeinden zu diesem Punkt nicht äußern sollen. Die Wasserbehörden seien zuständig. Zudem gehe es noch gar nicht ums Fracking selbst, sondern um die Frage, welche Firma am besten geeignet sei, die Erkundungsbohrungen vorzunehmen.

Das sieht Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler (SPD) anders: Als Wasserversorger über die eigenen Stadtwerke werde man auch zum Thema Trinkwasser Stellung nehmen. „Wir werden deutlich sagen, dass wir das Vorgehen nicht gut finden.“ In die gleiche Richtung geht die Stellungnahme der Gemeinde Kaufungen: „Für uns hat der Trinkwasserschutz beim Genehmigungsverfahren Priorität“, betont Bürgermeister Arnim Roß (SPD). Und: In Trinkwassergewinnungsgebieten solle Fracking ganz verboten werden.

Und noch ein weiterer Punkt treibt die Bürgermeister um: Sie fürchten, dass eine Erlaubnis für Erkundungsbohrungen zum Freifahrtschein wird für die Förderung von Rohstoffen mit der Fracking-Methode.   Stichwort , KOMMENTAR, ARTIKEL UNTEN

Von Antje Thon und Stefan Wewetzer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.