„Herrenzimmer“ unterhielt in der Märchenwache

Meckern bereitete richtig Vergnügen

Meckern mit Scharfsinn: Bern Kaun (von links), Gerd Dahme, Wolfgang Weigand und Markus Zosel. Foto: Dräger

Schauenburg. Herr Schlämmer ist ein disziplinierter Deutscher. Er arbeitet nach dem Zweiten Weltkrieg als Sekretär für einen amerikanischen Unternehmer, der Coca Cola auch im Osten des geteilten Deutschlands verkaufen will. Den gelassenen Amerikaner stört, dass Schlämmer aus Disziplin immer die Hacken aneinander stößt. „Herr Schlämmer, wir leben jetzt in einer Demokratie, aber ich sehe die Disziplin der Nationalsozialisten“. „Nein“, antwortet Schlämmer. Er wäre Schaffner in der U-Bahn gewesen und die sei so tief unter der Erde, da habe er von Adolf Hitler gar nichts mitbekommen. Ein Sketch aus dem Kabarett-Programm „Und der Himmel über uns“ vom Ensemble Herrenzimmer, das in der Märchenwache in Breitenbach auftrat.

Mit satirischem Scharfsinn zeigten die vier Kabarettisten Bernd Kaun, Gerd Dahmen, Wolfgang Weigand und Markus Zosel ihrem Publikum, wie die Deutschen Hitler verdrängten und zu „Spontandemokraten“ wurden, dass Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg zwar „befreit, aber nicht frei“ war und wie verklemmt die Menschen in den 50er Jahren waren. Das taten die vier Kabarettisten mit Sketchen, Liedern und Geschichten. Die ließen die rund 60 Zuschauer in der Märchenwache mal schmunzeln, mal lauthals loslachen.

Die Idee für das dritte Programm des Ensembles Herrenzimmer kam durch Erfahrungen: „Das sind teilweise persönliche Erlebnisse“, sagt Bernd Kaun. Doch meckern sie mit „Vergnügen, weil im Meckern doch was Positives liegt“. Wermutstropfen der gelungenen Vorstellung: 30 Besucher fanden keinen Platz mehr, da nur 60 hereinpassten. (ymd)

Weitere Termine: Freitag, 28.11., 20 Uhr im Stadtteilzentrum Baunsberg / Altenbauna sowie Freitag, 5.12., 19 Uhr im Medizinischen Vorsorgungszentrum, Stettiner Straße 5, Großenritte.

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