Projekt "medien@schule"

Start in ein sicheres Leben: Flüchtlinge an der Gesamtschule Fuldatal

Für das Projekt "medien@schule" haben sich Neuntklässler der Gesamtschule Fuldatal mit der Situation von Flüchtlingen an ihrer Schule beschäftigt und Interviews geführt.

Auf der Gesamtschule Fuldatal gibt es laut Frau Heinemann, einer der Lehrerinnen, die die Flüchtlinge betreut, zurzeit ca. 35 Flüchtlinge. Diese kommen hauptsächlich aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und dem Iran. Für die Flüchtlinge gibt es zwei Klassen, welche Intensivklassen (IK) genannt werden. Die IK1 für die Anfänger und die IK2 ist Fortgeschrittene, dies gilt für das Unterrichtsfach Deutsch.

Die Intensivklassen werden von Schülern im Alter von 12 bis 17 Jahren besucht. Nachdem man die IK2 abgeschlossen hat, wird man in die Regelklassen eingegliedert. Um solch eine Intensivklasse zu unterrichten, benötigt man eine Fortbildung im Fach Deutsch. Noch ist unklar, wie lange es die Intensivklassen noch geben wird. 

Frau Heinemann schwärmt sehr von ihren Schülern und diese zeigen ihr, dass es ihnen an der Gesamtschule Fuldatal sehr gut gefällt. Laut Frau Heinemann wurden die Flüchtlinge gut in das Schulleben integriert, obwohl es natürlich immer noch Verbesserungen geben kann.

Ein 12-Jähriger ist mit seiner Familie aus Syrien über die Balkanroute nach Deutschland geflüchtet. Mit Hilfe eines Schleusers, ein Mann, der Chef genannt wurde, begann die Flucht los. Mit dem Boot nach Griechenland, mit dem Bus über die Balkanroute, mit dem Zug nach Österreich und wieder mit dem Bus nach München. Der Schleuser kannte sich sehr gut aus, er wusste immer, wo Kontrollen stattfanden und er wusste sichere Ort zum Übernachten. Nach der Ankunft in München kam die Familie ins Erstaufnahmelager und anschließend kamen es sie nach Nordhessen.

Kurzinterview mit einem 16-jährigen Alleinreisenden:

Aus welchem Land kommst du?

Ich komme aus Afghanistan.

Auf welchem Weg bist du nach Deutschland gekommen? 

Mein Fluchtweg verlief von Afghanistan mit dem Auto nach Pakistan. Dort traf ich auf meinen Schleuser, dem ich 6000 Euro von meinen Eltern gab. Ich konnte nur alleine fliehen, da die Flucht so teuer ist. Die Flucht ging nun weiter mit einer Gruppe von 30 bis 40 Menschen. Es ging durch den Iran bis an die Grenze der Türkei. Dort wurden wir entdeckt, der Schleuser konnte mit einem Teil unserer Gruppe fliehen und nahm eine andere Route mit dem Bus in Richtung Istanbul. Hier blieb ich zwei Monate. 

Anschließend ging meine Flucht weiter über Bulgarien, hier wurde ich aufgegriffen und kam sechs Tage in ein Heim. Ich konnte ausbrechen und meine Flucht alleine in Richtung Serbien fortsetzen. Ich schloss mich den anderen Flüchtlingen an und gelangte über Ungarn und Österreich nach München ins Erstaufnahmelager und nach einigen Wochen kam ich nach Kassel.

Seit wann bist du in Deutschland? 

Ich bin seit zwei Jahren hier.

Wie gefällt es dir an der Gesamtschule Fuldatal?

Ich fühle mich hier sehr wohl, habe schon einige Freunde gefunden. Das sind Deutsche und Flüchtlinge. Das Deutsch lernen klappt auch immer besser, so dass ich seit einem Jahr teilweise schon Unterricht in einer regulären Klasse habe. Ich hoffe hier bleiben zu können.

Von Charlotte Gewand

Anmerkung: 268 Acht-, Neunt- und Zehntklässler haben im Rahmen des Projektes „medien@schule“ Artikel, Fotos und eine Snapchat-Story für HNA.de erstellt. Das Projekt von Hessischer Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und der HNA findet im Rahmen von „Medien machen Schule“ statt. Es soll zeigen, wie neue Medien und soziale Netzwerke wie Facebook, Youtube, Twitter und Instagram funktionieren. Hier finden Sie weitere Artikel, die während des Projekts entstanden sind.

Rubriklistenbild: © dpa

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