Karsten Schreiber gibt zum Ende des Monats das Amt des Gemeindebrandinspektors ab

Er war mehr als 1000 Mal im Einsatz

Gibt den Chefposten ab: Karsten Schreiber. Foto: privat/nh

Fuldatal. In gut einer Woche ist Schluss. Am 31. März endet die Amtszeit von Karsten Schreiber als Fuldataler Gemeindebrandinspektor. Seit Mitte 2002 stand Schreiber der Wehr vor, die heute mit 196 Aktiven einen Rekordstand verzeichnet. In einem kleinen Festakt wird er bereits heute verabschiedet.

Seit fast drei Jahrzehnten ist der 45-Jährige Ihringshäuser bei der Freiwilligen Feuerwehr. Der will Karsten Schreiber weiterhin treu bleiben. Sein Abschied bezieht sich nur auf die exponierte Position.

Wie sahen die bisher fast 30 Jahre als Feuerwehrmann aus? Seine Karteikarte bei der Wehr umfasst acht eng beschriebene Seiten. Sie belegen 34 erfolgreich abgeschlossene Lehrgänge, angefangen mit dem zweiwöchigen Grundlehrgang 1984, über die Ausbildung zum Truppführer 1991 und verschiedene Fortbildungsseminare für Führungskräfte bis hin zu Schulungen für Feuerwehreinsätze in Solarstromanlagen 2011.

Georg Ullrich, Ortsbrandmeister des bis zur Gebietsreform selbstständigen Ihringshausen, war sein Großvater. Auf Ullrich folgte als erster Ortsbrandmeister für die Gemeinde Fuldatal Hans-Hermann Trost, der ab Ende der 90er-Jahre statt Ortsbrandmeister Gemeindebrandinspektor betitelt wurde. Trost gab diesen Posten am 1. Juli 2002 an Karsten Schreiber weiter, der zunächst Wehrführer und Vereinsvorsitzender im Ortsteil Ihringshausen gewesen war.

In seinen 28 Dienstjahren arbeitete Schreiber bei über 1000 Einsätzen mit. Er erlebte zweimal ein Flash-Over, jene sich explosionsartig ausbreitende Feuerwalze. Die entsteht, wenn Rauchgas durchzündet, sobald zum Beispiel durch Öffnen von Tür oder Fenster Sauerstoff hinzukommt.

Ein Flash-Over katapultierte Schreiber eine Treppe hinunter, beim anderen holt ihn eine mehrere Quadratmetergroße Wohnzimmerscheibe von den Beinen. Schreiber will aber nicht dramatisieren. „Lebensgefahr bestand in keinem Fall“, sagt er.

Seine Erinnerungen an seine mehrtägigen Einsätze bei Unwettern in Hofgeismar und Fuldatal, bei dem Hochwasser in Dessau, als Abschnitts- und Einsatzleiter bei großen Bränden, wie REPA in Niestetal in der Silvesternacht, Praktiker-Baumarkt in Kassel, Scheunen und Gebäudebrände in Fuldatal beinhalten nicht nur die Erfolge. „Leider bleiben die vielen Bilder von Schwerverletzten und Toten im Kopf. Aber es blieb mir erspart, einen Kameraden im Einsatz zu verlieren.“

Die Kameradschaft in der Feuerwehr über die Ortsteilgrenzen hinweg, die „tolle Jugendarbeit und die Begeisterung der Kinder in der Jugendfeuerwehr“, seien postive Erinnerungen. „Es war eine schöne Zeit, wir haben auch etwas bewegt. Das ist aber immer als Teamleistung zu sehen“, betont der scheidende Gemeindebrandinspektor. (mic)

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