Das Land Hessen hebt alte Regelung für die Ausbildung des Nachwuchses auf

Mehr Geld für die Altenpflege

Drohender Fachkräftemangel: Den Altenpflegeeinrichtungen in Hessen fehlen Mitarbeiter. Jugendliche Bewerber gibt es jedoch genug. Mehr geförderte Schulplätze könnten hier helfen. Foto: dpa

Hofgeismar. Die Deckelung der Zahl der geförderten Schulplätze in der Altenpflegeausbildung wird zum nächsten Schuljahr aufgehoben. Das teilte das Land Hessen mit.

Mit der Änderung könne man nun allen Bewerbern die Möglichkeit geben, eine Ausbildung in der Altenpflege anzutreten, so Hessens Sozialminister Steffen Grüttner. „Mit dieser Entscheidung stellen wir die Weichen für die Bekämpfung des Fachkräftemangels im Pflegebereich“, so der Minister weiter.

Potentieller Nachwuchs ist vorhanden. Die Bewerberzahl für eine Ausbildung im Bereich der Altenpflege ist hoch, wie Kathleen Niepmann vom Diakonischen Werk Hessen-Nassau bestätigt: „Das Interesse bei Jugendlichen an dem Beruf ist da. Jetzt gilt es, die Arbeit in der Altenpflege noch attraktiver zu machen und Hürden abzubauen“.

Eine solche Hürde war die Deckelung. Ohne diese, könnten nun theoretisch so viele Bewerber eingestellt werden, wie es Buget und Raumangebot zulassen. Ganz so einfach ist die Schaffung neuer Schulplätze jedoch nicht, wie Birgitt Vering, Leiterin der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen in Hofgeismar erklärt: „Neue Lehrgänge müssen nach wie vor beim Regierungspräsidium in Gießen beantragt und genehmigt werden“. Außerdem sei in der Hofgeismarer Klinik das Raumangebot nahezu ausgeschöpft.

Für die Einrichtung bedeutet das Ende der Deckelung, dass ein weiterer Kurs angeboten werden kann. Bislang gab es hier drei Altenpflegekurse im Jahr. „Wir bilden jährlich 87 Schüler aus. Mit dem neuen Kurs Altenpflege in Teilzeit kämen 20 Schüler hinzu“, weiß Vering.

Die Bewerberzahlen für das neue Angebot bleiben jedoch bislang hinter den Erwartungen zurück. Vering: „Der neue Kurs ist erst halb voll“. Den Wegfall der Obergrenze für geförderte Schulpätze findet sie aber dennoch gut: „Wenn man mehr Möglichkeiten zur Erweiterung des Angebots hat, ist das immer positiv.“

Allerdings sollte man nicht nur Ausbildungsbedingungen in der Altenpflege verbessern, sondern auch den Beruf des Altenpflegers insgesamt attraktiver machen, wie die Leiterin der Pflegeeinrichtung findet: „Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten sollten diesem verantwortungsvollen Beruf gerecht werden. Dann interessieren sich auch noch mehr junge Menschen für diese Arbeit“.

Von Jonathan Vorrath

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