Systeme der Kommunen in der Region sind gegen Attacken gut gerüstet

Mehr Hacker-Angriffe

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Kreis Kassel. Spätestens seitdem die Abhörmethoden des amerikanischen Geheimdienstes NSA bekannt geworden sind, ist Datenschutz in aller Munde. Auch für die Kommunen im Landkreis Kassel wird es zunehmend wichtig, sich ausreichend vor Datenklau zu schützen.

Beim größten kommunalen Dienstleistungsunternehmen in Hessen mit Geschäftsstelle in Kassel, der ekom21 (früher Kommunales Gebietsrechenzentrum), sind die persönlichen Daten von etwa 70 Prozent aller hessischen Einwohner gespeichert. Unternehmenssprecher Stefan Thomas berichtet auf HNA-Anfrage, dass immer mehr Daten über das Internet vermittelt werden.

Monatlich gebe es mehr als 100 Millionen Transaktionen im Rechenzentrum des IT-Dienstleisters. Zu den Daten zählen hauptsächlich Einwohner-, Kfz-, Ordnundgswidrigkeiten- oder Steuerdaten.

Besonders schützenswert seien biometrische Merkmale wie Fingerabdruck oder Iris-Abbild. Diese sensitiven Daten würden für Betrügereien immer interessanter, und daher rechne die ekom21 mit verstärkten kriminellen Handlungen in diesem Bereich, so Thomas weiter.

An die 20 000 unberechtigte Zugriffsversuche und Attacken wehren die Sicherheitsvorkehrungen des kommunalen Gebietsrechenzentrums schon jetzt monatlich ab. Gut drei Millionen Spam-, Viren- und trickbetrügerische Phishing-Mails werden pro Monat aus den Postfächern der ekom21-Kunden herausgefiltert - mit steigender Tendenz.

Dem setzt das Unternehmen ein mehrstufiges Sicherheitskonzept entgegen. „Unsere Bemühungen gehen weit über die gewöhnlichen Standards des normalen Datenschutzes hinaus“, so Bertram Huke, Geschäftsführer von ekom21. Alles in allem gingen die Investitionen des Dienstleisters für den Datenschutz und die Datensicherheit in die Millionen.

Die Stadt Baunatal habe bisher keine nennenswerten Angriffe auf ihre Systeme zu verzeichnen, sagt Pressesprecher Thomas Briefs. Die Informationstechnik der Stadt arbeite eng mit der ekom21 sowie mit dem Datenschutzbeauftragten der Stadt zusammen, so Briefs weiter. Gemeinsam werde ein Sicherheitskonzept betrieben, welches das Netz sowohl nach außen als auch nach innen absichere.

„Neben üblichen Sicherheitsmaßnahmen wie Firewall, Virenschutz, Spamfilter und Datensicherungsregelungen umfasst es Handlungsanweisungen zur Replikation existierender Datenbestände und zum Zugriff und zur Verwendung von Hard- und Software am Arbeitsplatz“, erklärt Briefs. Bei der Verwendung externer Speichermedien wie USB-Sticks oder Smartphones werde eine spezielle Sicherheitssoftware eingesetzt. „Zugriffe auf unser System sind nach dem derzeitigen Stand der Technik kontrollierbar“, bilanziert der Pressesprecher.

Auch die Daten der Stadt Vellmar werden sorgfältig geschützt. „Wir haben eine Firewall, einen Spamfilter und natürlich Virenschutzprogramme installiert“, berichtet Sprecherin Astrid Kneuer. Daten, die in Papierform vorliegen, würden vor ihrer fachgerechten Entsorgung geschreddert. „Aber bisher gab es Gott sei dank keine Angriffe“, sagt Kneuer und hofft, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Von Nicole Schippers

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