Vor allem Gesundheits- und Seniorenprogramme sowie Trendangebote ziehen

Mehr Mitglieder in Sportvereinen: Zahl auf 104.000 gestiegen

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Kreis Kassel. Die Vereine im Sportkreis Region Kassel arbeiten offensichtlich erfolgreich gegen Mitgliederschwund. Im vorigen Jahr stieg die Zahl der Mitglieder um rund 800 auf 104.174 in 383 Vereinen.

Das weist die jüngste Statistik vom 31. Dezember 2011 aus. 2010 waren es noch 103.365 Mitglieder in 379 Vereinen. "Wir sind einer der wenigen Sportkreise, die einen Mitgliederzuwachs verzeichnen", sagt Vorsitzender Roland Tölle (Vellmar).

Zum Sportkreis Region Kassel gehören bislang die Altkreise Kassel und Wolfhagen sowie die Stadt Kassel. Ende der Woche will sich auch der Bereich Hofgeismar anschließen. Im Kasseler Teil der Dachorganisation gab es zuletzt mit 720 neuen Mitgliedern die größte Steigerung.

Mit neuen, altersgerechten Angeboten wollen die Vereine ihre Mitglieder halten. "Wir merken, dass vor allem der Gesundheitssport und Angebote für Senioren verstärkt angenommen werden", sagt Bärbel Neusel (Baunatal), Geschäftsführerin des Sportkreises.

Nordic Walking, Pilates und Rückenschulen oder Sportangebote wie das Tanz-Fitness-Programm Zumba und das Springen über Hindernisse beim Parkour lägen ferner im Trend, ergänzt Roland Tölle. Neben traditionellen Sportarten wie Turnen, Fußball, Handball und Tischtennis müssten Vereine heute offen für Neues sein, um die Mitgliederzahlen zu stabilisieren. Zugleich stünden die Klubs mit Fitness-Studios in Konkurrenz.

Größter Verein im Sportkreis ist der KSV Baunatal, der zum Jahresende 5300 Mitglieder meldete, inzwischen laut Präsidentin und Geschäftsführerin Ursula Harms aber bereits bei 5800 angekommen ist. Harms bestätigt den Trend zu Gesundheits- und Seniorensport sowie Trendsportarten.

Alle Altersklassen

"Die Vereine versuchen, für alle Altersklassen attraktiv zu sein. Wir wollen sowohl Jugendliche gesellschaftlich integrieren, aber müssen auch Ältere wieder ins Boot holen", sagt Tölle. Darin sieht der Sportkreisvorsitzende eine Chance. Vor allem die 30- bis 50-Jährigen seien aufgrund von Berufstätigkeit und Familie seltener in Vereinen aktiv. Ein positives Beispiel sei das in Nordhessen entwickelte Programm Mumm 50 (maßvoll und motiviert mitmachen ab 50 Jahren).

Natürlich könnten nicht alle Vereine spezielle Angebote finanzieren schon gar nicht, wie der KSV Baunatal, ein eigenes Domizil wie die KSV-Sportwelt. So seien vor allem kleinere Vereine im ländlichen Raum eher vom Mitgliederschwund betroffen. Dort könnten vereinsübergreifende Angebote helfen, die Existenz zu sichern.

Auch der regionale Sportkreis setzt auf Synergieeffekte. Mit dem Anschluss von Hofgeismar am 4. Mai soll die Zahl der Mitglieder auf 130.000 in dann 489 Vereinen wachsen. Der Raum Kassel wird damit nach der Zahl der Vereine den zweitgrößten Sportkreis in Hessen stellen, nach Mitgliedern der viertgrößte. Stärker sind nur die Vereinigungen im bevölkerungsreicheren Süden Hessens.

HINTERGRUND

Zumba bewegt: Der Trendsport mit getanzter Gymnastik zieht zum Beispiel Menschen in die Vereine. Das Bild stammt aus einem Kurs des KSV Baunatal mit Übungsleiterin Irina Roppelt (pinkfarbene Kleidung). 

Von Nina Skrzyszowski und Ingrid Jünemann

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