Neues Gebäude der Sondereinsatzkräfte in Baunatal fertig: 100 Beamte eingezogen

Mehr Platz für Polizei-Elite

Baunatal. Training auf provisorisch ausgelegten Matten in der Garage, die Ausrüstung für den Ernstfall neben dem Schreibtisch gestapelt: So eng ging es - laut dem Personalratsvorsitzenden Klaus Vestweber - für die Spezialeinsatzkommandos der nordhessischen Polizei im Dienstgebäude des Polizeipräsidiums Nordhessen in Kassel zu. Das ist dank einer Investition des Landes von mehr als 20 Millionen Euro Vergangenheit. Gestern wurde auf dem ehemaligen Kasernengelände am Loh, wo auch die Autobahnpolizeistation beheimatet ist, das neue Flaggschiff der nordhessischen Polizei-Elite von Polizeipräsident Eckhard Sauer, Innenminister Peter Beuth (CDU) und viel Prominenz eingeweiht.

Nach knapp dreijähriger Bauzeit sind dort die Angehörigen des Spezialeinsatzkommandos, ein Teil des Mobilen Einsatzkommandos und die Verhandlungsgruppe der Polizei bereits im letzten Spätsommer eingezogen, die beispielsweise bei Geiselnahmen oder Selbstmordversuchen auf den Plan tritt.

Die frei gewordenen Räume seien unter den restlichen der mehr als 2000 Polizisten im Polizeipräsidium heiß begehrt, meinte Vestweber. Es gehe dort immer noch eng zu. Luft wird es in drei oder vier Jahren geben. Dann soll laut Pressesprecher Wolfgang Jungnitsch die Direktion Verkehrssicherheit in ein weiteres, noch zu sanierendes Gebäude auf dem Gelände der Autobahnpolizei umziehen.

Die Spezialkräfte hätten jetzt dreimal so viel Platz wie bisher, sagte Minister Beuth. Die Sondereinsatzkommandos hätten sich den Neubau auch redlich verdient: In 20 Jahren hätten sie 1100 Schusswaffen, vier Tonnen Rauschgift und 20 Millionen Euro sichergestellt. Die Aufklärungsquote der hessischen Polizei sei mit rund 60 Prozent so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Er werde sich für einen besseren strafrechtlichen Schutz von Polizeibeamten bei tätlichen Angriffen einsetzen.

Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) sagte, das Dienstgebäude liege strategisch günstig an der Autobahn. Er hoffe, dass mit dem Neubau Pläne des Landes für einen Abzug der Autobahnmeisterei aus Baunatal „vom Tisch sind“.

Das neue Dienstgebäude, das unter anderem über Büro-, Lager-, Umkleide- und Trainingsräume sowie einen großen Besprechungsraum verfügt, ist besonders energieeffizient gebaut worden und holt sich die Raumwärme aus der Umgebung und dem Fundament.

Im ersten Winter gab es da noch Probleme. Die Wärmetauscher seien zu klein dimensioniert gewesen, berichtete Thomas Platte vom Hessischen Baumanagement.

Von Peter Dilling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.