Tramverbindung soll attraktiver werden

Lossetalbahn: Mehr Tempo auf Strecke möglich

Vom Steuerzahlerbund gegeißelt: Die Gleise der Waldkappeler Bahn wurden für 300 000 Euro zur Expressstrecke ausgebaut und nach nur anderthalb Jahren Nutzung stillgelegt. Archivfoto:  Ketteritzsch

Kaufungen/Helsa. Im Frühjahr 2014 wird sich wahrscheinlich entscheiden, ob das seit sechseinhalb Jahren ungenutzte Expressgleis der Straßenbahnlinie Kassel - Hessisch Lichtenau bei Kaufungen wiederbelebt wird oder nicht.

Bis dahin will der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) nämlich das Ergebnis seiner umfangreichen Untersuchungen zur Zukunft der Lossetalbahn vorlegen. Das erklärte NVV-Sprecherin Sabine Herms auf HNA-Anfrage.

Dabei geht es um die Frage, wie die 2001 eröffnete und 2006 erweiterte Straßenbahnstrecke im Lossetal attraktiver gemacht werden kann. Beim NVV und der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) befürchtet man nämlich einen Einbruch bei den Passagierzahlen, wenn die Autobahn  44 zwischen Kassel und Hessisch Lichtenau fertiggestellt ist.

Zahlreiche Pendler, die heute mit der Bahn fahren, so das Szenario des Verkehrsverbunds, könnten dann die Fernstraße nutzen, um in die Großstadt zu gelangen oder von dort aus aufs Land zu fahren.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Frage, in welchem Umfang die Fahrzeit verkürzt werden kann. 2011 hatte der NVV bereits ein Ziel formuliert: Damit die Verbindung attraktiver wird, sollte die Fahrzeit von Hessisch Lichtenau zum Kasseler Königsplatz von 48 auf unter 40 Minuten gedrückt werden.

Beim NVV ist man sich laut Sprecherin Herms inzwischen sicher, dass eine Beschleunigung möglich ist. Die Frage sei nun, „ob das wirtschaftlich darstellbar ist“. Will heißen: Die für eine Beschleunigung notwendigen Investitionen müssen in einem angemessenen Verhältnis zu der angestrebten Sicherung oder gar einer Erhöhung der Fahrgastzahlen stehen.

400.000 Euro ist eine der Summen, die seit 2011 im Raum stehen. Sie müsste mindestens ausgegeben werden, um die Expressstrecke bei Kaufungen zu elektrifizieren. Denn Züge mit Dieselhybrid-Antrieb, die 2006/2007 für kurze Zeit auf der für 300.000 Euro ausgebauten Strecke rollten, stehen nicht mehr zur Verfügung. Neben den Kosten ermitteln die Gutachter laut Herms, wie viele Straßenbahnzüge auf der Strecke eingesetzt werden müssten und wie der Takt gestaltet werden kann.

Bis Anfang 2014 will der NVV mit der Expertise fertig sein. Das letzte Wort über Änderungen haben anschließend die Aufsichtsräte von NVV und KVG.

Von Peter Ketteritzsch

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