Große Unterschiede bei der Erhebung

Kampfhundesteuer: Mehr zahlen für Pitbulls

+
Pitbull-Terrier

Kreis Kassel. Die meisten Kommunen im Landkreis haben kürzlich an der Steuerschraube gedreht, um ihre Einnahmen zu verbessern. Dies geht aus einer Erhebung des Bundes der Steuerzahler Hessen hervor. Unter anderem haben einige die Kampfhundesteuer erhöht: Helsa, Ahnatal und Fuldabrück.

Insgesamt gibt es noch große Unterschiede bei der Erhebung der Kampfhundesteuer in den Kommunen des Altkreises Kassel: In Baunatal zahlen Halter eines sogenannten gefährlichen Hundes 490,84 Euro. In Vellmar, Espenau, Fuldatal, Lohfelden, Nieste und Niestetal gibt es gar keine Kampfhundesteuer, und in der Gemeinde Fuldabrück zahlen Besitzer eines gefährlichen Hundes den Spitzensatz von 612 Euro. In den übrigen Kommunen des Altkreises schwankt die Steuer zwischen 320 und 600 Euro.

„In Baunatal wird Kampfhundesteuer erhoben, weil man weniger gefährliche Hunde in der Stadt haben möchte“, sagt Pressesprecher Thomas Briefs auf Anfrage der HNA. Der krumme Betrag für die Steuer in Baunatal ergebe sich aus der Umrechnung von D-Mark in Euro. In der Stadt seien aktuell fünf gefährliche Hunde gemeldet.

Ähnlich sieht man die Sachlage im Fuldabrücker Rathaus: „Wir sehen die Kampfhundesteuer nicht als zusätzliche Einnahmequelle“, sagt Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD). „Wir möchten mit der Steuer erzielen, dass die Anzahl der Kampfhunde in unserer Gemeinde so gering wie möglich bleibt.“ In Fuldabrück seien drei gefährliche Hunde gemeldet – verglichen mit den 660 anderen Hunden eine sehr geringe Zahl.

In Vellmar dagegen sind gefährlich eingestufte Hunde willkommen: „Wir machen keinen Unterschied zwischen anderen und als gefährlich eingestuften Hunderassen“, sagt Wolfhard Eidenmüller vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung. „Wir möchten alle Hunde gleich behandeln.“ In Vellmar seien zurzeit fünf als gefährlich eingestufte Hunde gemeldet. Deren Halter zahlen 70 Euro für ihren Hund im Jahr – genauso viel wie Besitzer eines anderen Hundes.

„Die Höhe der Kampfhundesteuer kann jede Gemeinde nach eigenem Ermessen festlegen“, erklärt Martin Jung vom Städte- und Gemeindebund. Wenn eine Gemeinde jedoch die Steuer unverhältnismäßig hoch setzte, könne – je nach Fall – vor Gericht gegen eine zu hohe Kampfhundesteuer entschieden werden. In Hessen sei es dazu aber bisher nicht gekommen, so Jung.

In Kassel werden Besitzer von Hunden, die als gefährlich gelten, ebenfalls nicht gesondert zur Kasse gebeten. Sie zahlen 90 Euro, genauso viel wie Besitzer eines anderen Hundes.

Von Theresa Ziemann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.