Kasseler Amtsgericht ordnete die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt an

Mehrfach-Einbruch in Baunataler Apotheke: Täter muss ins Gefängnis

Baunatal. Ein 29-Jähriger ist vor dem Kasseler Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Er war drei Mal hintereinander in eine Baunataler Apotheke eingebrochen. Die Polizei konnte ihn erst beim vierten Versuch dingfest machen, als sie sich nachts auf die Lauer legte.

Betroffen war die Neue Apotheke in der Baunataler Heinrich-Nordhoff-Straße. Die Mitarbeiter der Apotheke waren irgendwann so verzweifelt gewesen, dass sie ein Schild an die Tür hingen: „Einbruch sinnlos! Die Kasse ist geleert!“, berichtete eine Zeugin am Montag. Sicherheitshalber legten sie zwanzig Euro in die Kasse, damit der Einbrecher, sollte er wiederkommen, nicht vor lauter Wut die Einrichtung zertrümmert.

Prompt tauchte der 29-Jährige erneut auf. Seine Masche war simpel: Er hebelte jedes Mal die Eingangstür auf. Beim vierten Mal war die Tür jedoch so gut gesichert, dass er nicht nur unverrichteter Dinge wieder abziehen musste, sondern auch von den draußen wartenden Beamten geschnappt wurde. Um sechs Anklagen ging es in diesem Prozess vor dem Amtsgericht, der vor einem Monat begonnen hatte. Einen Teil der Vorwürfe räumte der Angeklagte ein, einen Teil bestritt er, zwei Anklagepunkte wurden wegen geringer Schuld eingestellt. Gleichwohl blieben am Ende elf nachgewiesene Diebstähle übrig. Und es war nicht das erste Mal, dass der 29-Jährige vor Gericht stand. Erst kurz vor den Einbrüchen in die Apotheke war er wegen ähnlicher Taten verurteilt wurden. Sein Vorstrafenregister besteht aus einer ganzen Reihe einschlägiger Delikte. Meist war, wie in den aktuellen Fällen, Alkohol im Spiel.

Betrunken war er auch in die Baunataler Autohäuser Glinicke und Bindschus eingestiegen. Bei Glinicke zum Beispiel ließ er drei Autos mitgehen. Diese Vorwürfe bestritt er, doch Blut- und andere DNA-Spuren überführten ihn. Einen weiteren nächtlichen Besuch stattete der 29-Jährige den Zweigstellen der Raiffeisenbank und der Kasseler Sparkasse in Altenritte ab, der Schaden war in beiden Fällen gering, weil der Dieb kein Geld fand. Bei einem Überfall auf die Kasseler Geschäftsstelle der Autovermietung CC Raule sackte der Einbrecher eine Geldbörse und ein Navigationsgerät ein. Dabei hatte er eine Gehilfin: die 26-jährige Frau neben ihm auf der Anklagebank, die am Montag mit einer Geldstrafe von 3000 Euro davonkam.

Für ihn kam es härter. „Seit 2003, sagte Richter Leyhe, „sind Sie immer wieder straffällig geworden, das wurde nur durch Haftstrafe unterbrochen.“ Auffällig war für den Richter, der den 29-Jährigen selbst schon einmal verurteilt hatte, dass stets der Alkohol eine Rolle spielt. „Das zieht sich durch wie ein roter Faden.“ Deshalb sah er keinen anderen Weg, als die von Gutachterin Birgit von Hecker wegen einer offensichtlichen Alkoholsucht empfohlene Unterbringung in einer Entziehungsanstalt anzuordnen.

Von Ralf Pasch

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